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Cold-Case-Prozess in Aschaffenburg: Plädoyers Ende April geplant | BR24

© picture alliance / dpa

Cold-Case-Prozess Aschaffenburg: Plädoyers Ende April geplant

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    Cold-Case-Prozess in Aschaffenburg: Plädoyers Ende April geplant

    Im Aschaffenburger Mord-Prozess um den Fall der im Jahr 1979 ermordeten 15-jährigen Christiane J. ein weiterer Verhandlungstag zu Ende gegangen, mehrere Zeugen wurden gehört. Die Plädoyers sollen am 23. April gehalten werden.

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    Im sogenannten Cold-Case-Prozess wurden vor dem Landgericht Aschaffenburg mehrere Zeugen gehört. Das Gericht gab auch den weiteren Prozessverlauf bekannt: Die Beweisaufnahme soll demnach am 20. April abgeschlossen sein – an diesem Tag soll auch das neue Zahngutachten behandelt werden. Die Plädoyers im Mordprozess sind nach aktuellen Informationen für den 23. April geplant.

    Drei Zeugen kannten Opfers aus einer Tanzschule

    Am zu Ende gegangenen Verhandlungstag haben weitere Zeugen vor dem Landgericht Aschaffenburg ausgesagt. Alle drei Männer hätten Christiane J. aus einer Tanzschule in Aschaffenburg gekannt, teilte Gerichtssprecher Ingo Krist mit. Der erste Zeuge wäre auch gerne "mit ihr gegangen", dazu sei es aber nicht gekommen. Auch der zweite Zeuge habe Interesse an dem damals 15-jährigen Mädchen gehabt, aber lediglich mit ihr getanzt. Ein weiterer Mann musste sich rechtfertigen, weil er bei Befragungen zu dem Mord vor 40 Jahren nicht die Wahrheit gesagt hatte. Wie er heute vor Gericht schilderte, hatte er Angst gehabt, "in die Sache hinein zu geraten", so Krist.

    Frühere Polizeibeamte sagen vor Gericht aus

    Auch zwei frühere Polizeibeamte wurden vernommen. Sie hatten damals die Alibis mehrerer Personen überprüft. Die beiden Männer konnten sich aber laut Krist nicht mehr an die damaligen Vernehmungen erinnern. Das Gericht begutachtete am aktuellen Verhandlungstag außerdem mehrere Standbilder von Videoaufnahmen aus dem Jahr 1979. Darauf ist offenbar zu sehen, dass dem Angeklagten schon damals ein Schneidezahn fehlte.

    Auswirkungen der Coronakrise

    Die Coronakrise hatte auch Auswirkungen auf den aktuellen Prozesstag: Beispielsweise wurden die nötigen Abstände eingehalten. Die drei Berufsrichter saßen am Richtertisch, doch die beiden Schöffen wichen auf einen anderen Tisch aus. Auch der Staatsanwalt saß weiter hinten. Die Öffentlichkeit ist ohnehin von dem Prozess ausgeschlossen. Deshalb gab es keine Probleme mit Zuschauern. Am Eingang des Gebäudes steht ein Desinfektionsmittelspender. Die Beteiligten mussten außerdem bestätigen, dass sie in den letzten zwei Wochen nicht in einem Risikogebiet waren.

    Vorheriges Zahngutachten erwies sich als wertlos

    Das Urteil hätte bereits Mitte Februar fallen sollen. Doch ein Zahngutachten erwies sich als wertlos – und das Gericht beauftragte einen weiteren Gutachter. Dabei geht es um eine Bissspur am Oberkörper des Opfers. Vor dem Landgericht Aschaffenburg muss sich seit dem 8. Januar ein heute 57-jähriger Mann wegen Mordes verantworten. Er soll die damals 15-jährige Christiane J. am Abend des 18. Dezembers 1979 in den Aschaffenburger Schlosspark gelockt und umgebracht haben. Zum Prozessauftakt hatte der Mann die Tat bestritten. Weil der Angeklagte damals erst 17 Jahre alt war – und damit minderjährig – wird nach Jugendstrafrecht verhandelt.

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