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Cold Case in Amberg: Polizei hofft auf neue Hinweise | BR24

© Polizeipräsidium Oberpfalz

Die Ratschenverlängerung, die die Polzei in der Nähe des Tatorts gefunden hat.

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Cold Case in Amberg: Polizei hofft auf neue Hinweise

In einem 40 Jahre alten ungelösten Mordfall hofft die Polizei nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Einer damals 38-jährigen Frau wurden Schlag- und Stichverletzungen zugefügt. Die Polizei veröffentlicht jetzt Fotos zu dem Fall.

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40 Jahre liegt der Mord an der damals 38 Jahre alten Gertrud Kalweit in Amberg zurück. Die Frau wurde im Stadtgraben sexuell missbraucht und tödlich verletzt. Seit zwei Jahren arbeitet die "Ermittlungsgruppe Stadtgraben" neue Spuren ab und sucht nun weitere Hinweise aus der Bevölkerung nach einem unbekannten Stichwerkzeug und einer Ratschenverlängerung.

Frau wurde im Stadtgraben ermordet

Die Frau war alleine nachts am Rande der Amberger Altstadt unterwegs, ging zu Fuß vom Kreisverkehr am Nabburger Tor in Richtung Kurfürstenring. Am Morgen danach fand ein Passant die Leiche der damals 38-Jährigen in einem Gebüsch auf Höhe des Unternehmens Deprag. Gertrud Kalweit wurde von einem Unbekannten überwältigt und in den Stadtgraben gezogen. Der Unbekannte verging sich sexuell an ihr und fügte ihr Schlag- und Stichverletzungen zu. Das haben die Ermittlungen der Polizei ergeben.

Wer hat Hinweise auf Stichwerkzeug?

Doch mit welcher Tatwaffe? Die Ermittler vermuten ein Stichwerkzeug, das unterschiedliche Verletzungsmuster hervorruft, also drei- oder viereckige Einstiche. Sie erhoffen sich mit Bildern, dass jemand einen Hinweis auf derartiges Werkzeug geben kann.

© Polizeipräsidium Oberpfalz

Mit Stichversuchen haben die Ermittler die Verletzungsmuster nachgestellt und bitten so um Hinweise zu einem möglichen Tatwerkzeug.

Unweit des Tatortes fand die Polizei damals eine Ratschenverlängerung, die der Täter verloren haben könnte. Nun konnten mit moderner Technik Gravuren in dem Werkzeug sichtbar gemacht werden, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Auch dazu erhoffen sich die Ermittler neue Hinweise.

© Polizeipräsidium Oberpfalz

Gravur Ratsche am Außenvierkant RAP im Kreis

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Gravur Ratsche Stirnseite Außenvierkant Detail 3+5 und 9 APR 80

© Polizeipräsidium Oberpfalz

Gravur Ratsche Stirnseite Außenvierkant 3 5 und 9 APR 80 und DJD

© Polizeipräsidium Oberpfalz

Gravur Ratsche Stirnseite Außenvierkant Übersicht

Insgesamt 63 neue Spuren hat die Ermittlungsgruppe seit Oktober 2018 abgearbeitet. Auch ehemalige Polizisten, die inzwischen im Ruhestand sind, haben dabei mitgeholfen, den 40 Jahre zurück liegenden Fall möglicherweise noch zu lösen. Denn Mord verjährt nicht, so ein Polizeisprecher. Sollten nun keine neuen Hinweise eingehen zu dem Werkzeug, werde die Ermittlungsgruppe aufgelöst. Der Fall Gertrud Kalweit bliebe damit ungelöst und weiterhin ein so genannter Cold Case.

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