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Coburger Mohr: Gegenpetition will Stadtwappen erhalten | BR24

© picture alliance/Helmut Meyer zur Capellen

Sankt Mauritius, der Schutzpatron von Coburg - "der Coburger Mohr" - im Stadtwappen sorgt für Diskussion

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    Coburger Mohr: Gegenpetition will Stadtwappen erhalten

    Die Diskussion um den Erhalt des Coburger Mohren im Stadtwappen geht weiter. Inzwischen ist eine Gegenpetition ins Leben gerufen geworden, die sich für den Erhalt einsetzt. Ein rassistischer Grund stecke jedoch nicht dahinter, heißt es.

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    Nachdem das Coburger Stadtwappen vor wenigen Tagen in einer Petition als rassistisch bezeichnet und gefordert worden war, es zu ändern, gibt es nun eine zweite Petition. In dieser heißt es, dass der Coburger Mohr eben keine rassistische, verletzende Darstellung eines schwarzen Mannes darstelle.

    Coburger Mohr geht auf Künstler des Mittelalters zurück

    Der Coburger Mohr symbolisiere einen Mauren, also einen Mann aus der früheren nordafrikanischen Region Mauretanien, auf den das mittelhochdeutsche Wort "Mor" schließlich zurückgehe, heißt es in der Petition.

    Der Coburger Mohr soll den im Jahr 285 ermordeten General Mauritius darstellen. Die Darstellung als dunklen Mann mit dicken Lippen und großem Ohrring geht nach Angaben der Stadt Coburg auf Künstler des Mittelalters zurück, die Menschen aus Afrika grundsätzlich so dargestellt haben.

    Stadtwappen ist Erinnerung an geschichtlichen Fehler

    Es wäre ein schlechter Umgang, wenn dieses historische Zeichen verschwinden würde, erklärte Tobias Schmidt gegenüber dem BR. Dem Initiatoren der Petition, die sich für den Erhalt des aktuellen Stadtwappens stark macht, geht es darum, zu zeigen, dass man aus geschichtlichen Fehlern gelernt hat.

    "Angenommen, die Stadt Coburg hätte ein anderes Wappen und würde es heutzutage in einen Mohren ändern, fände ich das falsch." Tobias Schmidt, Initiator der Petition zum Erhalt des Coburger Stadtwappens

    Gegenpetition distanziert sich von rechten Parteien

    Für Schmidt, der sich nach eigenen Angaben während der Schulzeit gegen Rassismus engagiert hat, wäre es der Worst Case, wenn extremistische Parteien seine Petition dazu benutzen würden, um zu Rassismus aufzurufen. Schmidt war sich dieser Gefahr durchaus bewusst, bevor er die Petition gestartet hat. Er habe deshalb versucht, die Formulierungen in den historischen Kontext zu setzen. Denn einen Menschen heutzutage als Mohr zu bezeichnen, fände Schmidt mehr als fragwürdig.

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