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Bildrechte: picture alliance / imageBROKER | Martin Siepmann

Coburg hat deutschlandweit den höchsten Inzidenzwert. Jetzt nimmt Oberbürgermeister Dominik Sauerteig Stellung.

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Coburg: Höchster Inzidenzwert in Deutschland

Die Stadt Coburg verzeichnet mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von fast 285 den höchsten Wert in ganz Deutschland. Coburgs Oberbürgermeister erklärt sich die Lage unter anderem durch eine Benachteiligung bei der Impfdosen-Vergabe.

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Von
  • Nicolas Eberlein
  • Richard Padberg

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für die Stadt Coburg liegt nach den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag bei 284,9 (Stand: 15.28 Uhr). Das ist deutschlandweit der höchste Wert.

Coburgs Oberbürgermeister will "Lage nicht dramatisieren"

Für Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) sei es ein schlimmes Zeichen, dass die Stadt erneut bundesweit "an der Spitze der Inzidenzwerte" stehe. Sauerteig fühle sich an die Zeit im Spätherbst vergangenen Jahres erinnert, dennoch meint der Oberbürgermeister: "Wir sollten die Lage nicht dramatisieren". Die Coburger Werte seien zwar hoch, aber nicht so hoch wie sie es bereits in Regionen wie Hof oder Tirschenreuth schon waren.

Coburg bei Verteilung der Impfdosen benachteiligt

Als Grund dafür, dass die Infektions-Zahlen bundesweit sinken, während sie in Coburg stiegen, macht Sauerteig auch die Verteilung der Impfdosen verantwortlich. Seit Jahresanfang würden Stadt und Landkreis bei der Zuteilung benachteiligt werden. So meint Sauerteig, dass die Impfzentren Coburgs weniger Impfstoff erhielten als andere in der näheren und weiteren Umgebung.

Erst jetzt habe Coburg ein Sonderkontingent des Impfstoffs von Johnson & Johnson erhalten. Gäbe es mehr Impfstoff in Coburg, wäre die Impfquote jetzt schon höher und die Inzidenz niedriger, so die Behauptung von Dominik Sauerteig. Deshalb richtete er einen Appell an die Staatsregierung, die Region mit mehr Impfstoff zu versorgen. Entgegen einer Forderung der Regierung von Oberfranken lehnte Sauerteig eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen ab.

Infektionen finden vor allem im privaten Bereich statt

Wie die Stadt Coburg mitgeteilt hat, liege der Schwerpunkt der Corona-Infektionen laut RKI in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen und in der Altersgruppe der 14- bis 34-Jährigen. Das Infektionsgeschehen lasse sich weiterhin als diffus bezeichnen. Das bedeute: es komme in allen Lebensbereichen zu Infektionen, vor allem im privaten Bereich.

Größere zusammenhängende Ausbruchsgeschehen seien in der Stadt Coburg nicht nachweisbar. 80 bis 90 Prozent der Infektionen seien auf die sehr ansteckende Mutation B.117 zurückzuführen. Daher sei es wichtig, weiterhin die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu befolgen. Weitere Mutationen des Coronavirus seien in Coburg bislang nur in Einzelfällen nachgewiesen worden, heißt es weiter.

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