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Coburg feiert 100 Jahre Zugehörigkeit zum Freistaat Bayern | BR24

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Der Staatsvertrag zwischen den Freistaaten Coburg und Bayern, der seit dem 1. Juli 1920 gültig ist.

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Coburg feiert 100 Jahre Zugehörigkeit zum Freistaat Bayern

Heute auf den Tag genau vor 100 Jahren ist Coburg per Staatsvertrag dem Freistaat Bayern beigetreten. Eigentlich sollte dieses historische Ereignis mit einem Staatsempfang gefeiert werden, doch die Corona-Pandemie macht das unmöglich.

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Dass sich die Entscheidungsträger vor 100 Jahren für den Beitritt von Coburg zu Bayern entschieden hätten, sei eine wegweisende Entscheidung gewesen, dessen ist sich Coburgs heutiger Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) sicher. Normalerweise hätte das Jubiläum im Rahmen eines Staatsempfangs gefeiert werden sollen, stattdessen findet lediglich eine kleine Feierstunde im Riesensaal von Schloss Ehrenburg statt.

Doch wie kam es überhaupt zum bayerischen Coburg? Ein Blick in die Vergangenheit: In unruhigen Zeiten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, und der Abdankung des letzten Herzogs Carl Eduard im November 1918, wird das Herzogtum Coburg eine Republik, der Freistaat Coburg.

Volksabstimmung: Bürger stimmen gegen Anschluss zu Thüringen

Man suchte schnell nach Anschluss. Aus den drei Optionen Preußen, Thüringen und Bayern blieb am Ende der Freistaat Bayern übrig. In einer Volksabstimmung hatte eine überwältigende Mehrheit der Bürger gegen einen Anschluss zu Thüringen gestimmt. Vor allem aus sicherheitspolitischen Gründen, wie Alexander Wolz, der Leiter des Staatsarchivs in Coburg dem Bayerischen Rundfunk sagte.

Coburger haben Bayern in guter Erinnerung

Zwar sei die Region Coburg über die Herzogtümer eng mit dem entstehenden Thüringen verbunden gewesen. Die Benachteiligungen bei der Lebensmittelzuteilung in Kriegszeiten sei bei der Bevölkerung aber im Bewusstsein geblieben. Bayern hingegen bot Sicherheit und Stabilität.

Coburger Verhandlungsgeschick zeigt sich noch heute

In den Verhandlungen konnte Coburg auch gewisse Sonderrechte durchsetzen. So gibt es in Coburg zum Beispiel noch heute eine eigenständige Industrie- und Handelskammer und das Landestheater, das momentan saniert werden muss und für das es während dieser Zeit eine Ersatzspielstätte gibt. Die Coburger Verantwortlichen hätten damals geschickt verhandelt, so Wolz.

Win-Win-Situation für Coburg und den Freistaat Bayern

Bayern nahm das vor Kultur und Historie strotzende Coburg gerne auf. Für Sauerteig ist die Beziehung auch 100 Jahre nach dem Inkrafttreten ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Der Freistaat unterstütze beispielsweise das Landestheater finanziell, auf der anderen Seite habe man in Coburg hohe Gewerbesteuereinnahmen, von denen auch der Rest Oberfrankens über die Bezirksumlage profitiere.

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