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Der Bau der Kulturstätte Globe in Coburg verzögert sich: Eine Baufirma ist insolvent.

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Coburg: Baufirma insolvent - Globe-Fertigstellung verzögert sich

Coburg: Baufirma insolvent - Globe-Fertigstellung verzögert sich

Weil eine Baufirma insolvent ist, verzögert sich die Fertigstellung der Coburger Kulturstätte Globe: offenbar um Monate. Nach den Widrigkeiten der Corona-Pandemie komme es nun wieder zu Verschiebungen. Aus künstlerischer Sicht ist das ein Super-GAU.

Der Bau der Interimsspielstätte des Landestheaters Coburg, der Kulturstätte Globe, wird sich verzögern. Der Grund: Ein am Bau beteiligtes Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Das teilten die Verantwortlichen der Stadt und des Landestheaters Coburg am Freitag bei einem Pressegespräch mit.

Globe: Für Bühnentechnik zuständige Firma insolvent

Die Stadt habe vor vier Wochen von der Insolvenz der Firma erfahren, die für die Bühnentechnik im Globe zuständig war. Das habe die Stadt völlig unerwartet getroffen und war nicht vorhersehbar, so Peter Cosack, der Leiter des Coburger Hochbauamtes. Das Gewerk müsse nun gänzlich neu ausgeschrieben werden und führe deshalb zu einer wahrscheinlichen Bauzeitverlängerung von einem halben Jahr und einer noch nicht bezifferbaren Kostensteigerung.

Betriebserlaubnis des Landestheaters Coburg erlischt

Das bedeute, das Globe werde nicht wie bislang geplant Ende Oktober 2022 fertig sein, sondern erst Ende März des kommenden Jahres, so Cosack. Die Stadt als Bauherr sei in der Opferrolle und unverschuldet in diese Situation geraten, so Cosack weiter. Die Verzögerung hat direkte Auswirkungen auf das Landestheater Coburg, welches das Globe während der Generalsanierung des historischen Landestheaters als Interimsspielstätte nutzen wird. Das Coburger Landestheater ist dringend sanierungsbedürftig, Ende Juni dieses Jahres erlischt endgültig die Betriebserlaubnis des Hauses.

Spielplan muss ausgeweitet und angepasst werden

Ursprünglich war geplant, dass das Landestheater im Herbst und Winter in das Globe umzieht und im Frühjahr 2023 dort den Spielbetrieb aufnehmen kann. Stand jetzt kann das Landestheater den Spielbetrieb erst in der Spielzeit 2023/2024 aufnehmen. Die Verzögerung bedeute für das Landestheater und die Angestellte nun, dass man nach den ersten beiden Jahren der Corona-Pandemie weiter keine klare Planung habe, so Intendant Bernhard F. Loges. Man müsse nun den Spielplan, der mit einer Aufnahme der Aufführungen im Frühjahr 2023 erstellt wurde, ausweiten und anpassen.

Verzögerung aus künstlerischer Sicht ein "Super-GAU"

Mögliche Spielorte für das Theater mit den Ensembles seien unter anderem das Kongresshaus und die Morizkirche in Coburg, so Loges weiter. Die Verzögerung bedeute aus künstlerischer Sicht einen Super-GAU, sagte Fritz Frömming, der Kaufmännische Direktor des Landestheaters dem BR. Statt eines halben Jahres ohne großes Haus müsse man nun eine komplette Spielzeit umplanen und dabei auch weitgehend auf Musiktheaterstücke verzichten, was den größten Einnahmeposten ausmache, so Frömming weiter.

Für den langfristig größeren Schaden hält Frömming die Tatsache, dass man dem durch die Pandemie entwöhnten Publikum nicht das gesamte Angebot des Landestheaters machen könne. Der Spatenstich für das Globe fand im Oktober 2022 statt, die Kosten für den Bau und die Außengestaltung im Coburger Süden wurden damals auf 33 Millionen Euro geschätzt.

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