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Flamme eines Gasherdes Euro Schein im Hintergrund

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    Steigende CO2-Preise: Studie empfiehlt bayerisches Klimageld

    Zur Abfederung sozialer Härten durch steigende CO2-Preise empfiehlt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung die Einführung eines bayerischen Klimageldes. Zunächst sollen 50 Euro pro Kopf Jahr gezahlt werden, so der Vorschlag.

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    • BR24 Redaktion

    Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung empfiehlt zur Abfederung sozialer Härten durch steigende CO2-Preise die Einführung eines bayerischen Klimageldes. Für 2025 schlägt die in München vorgestellte Studie ein Klimageld in Höhe von 50 Euro pro Kopf und Jahr vor, für 2030 dann 125 Euro. Mit dem Geld könnten Mehrkosten der Verbraucher bei höheren Sprit- und Heizkosten zumindest anteilig kompensiert und dadurch die Akzeptanz der Bevölkerung für den Klimaschutz gesteigert werden. Auftraggeber der Studie, die von einer Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erstellt wurde, ist die SPD-Fraktion im bayerischen Landtag.

    CO2-Preise treffen besonders Geringverdiener

    Höhere Sprit- und Heizkosten würden vor allem die unteren 20 bis 30 Prozent der Einkommensbezieher "sehr hart" treffen, sagte SPD-Fraktionschef Florian von Brunn: "Besonders schlimm ist es im ländlichen Raum, wo es häufig kaum öffentliche Verkehrsangebote gibt und Ölheizungen überwiegen."

    Der Studie zufolge werden bei den untersten zehn Prozent der Haushaltseinkommen die höheren Energiekosten bis 2030 sogar rund drei Prozent der gesamten Einnahmen ausmachen. "Aber auch bei denen, die etwas mehr verdienen, sind es noch um die zwei Prozent", betonte von Brunn.

    Windrad-Anwohner sollen finanziell profitieren

    Auch die Akzeptanz von neuen Windenergieanlagen in Bayern soll der Studie zufolge mit finanziellen Anreizen verbessert werden. Neben einer Abschaffung der umstrittenen 10H-Regel für Windräder sollten die Anwohner von Windrädern und die betroffenen Kommunen an den Erträgen der Anlagen finanziell beteiligen werden. Die 10H-Regel besagt, dass ein Windrad mindestens zehnmal so weit von einer Siedlung gebaut werden muss, wie es hoch ist.

    Viel zu tun auf dem Weg zur Klimaneutralität

    Wenn Bayern wie von der Staatsregierung angekündigt bis 2040 klimaneutral sein wolle, so heißt es in der Studie, gebe es generell noch einen großen Handlungsbedarf. "Der bayerische Pfad zur Klimaneutralität bis 2040 bedeutet insbesondere im aktuellen Jahrzehnt erhebliche Anstrengungen zur Emissionsreduktion", ist in der 114-seitigen Analyse zu lesen.

    Im Freistaat habe sich das Emissionsniveau in den vergangenen 15 Jahren "nicht merklich verändert". Die meisten klimaschädlichen Emissionen verursacht demnach der Verkehrssektor. In Bayern ist er den Angaben zufolge für rund 40 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verantwortlich, deutschlandweit sind es nur 20 Prozent.

    Umstellung auf erneuerbare Energien bis 2030

    Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, müssten laut Studie die Gesamtemissionen im Land bis 2030 um 69 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Der Energiesektor müsse zudem im gleichen Zeitraum komplett auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Spätestens 2040 muss laut Experten dann die vollständige Emissionsneutralität erreicht werden, im Verkehrs- und Gebäudesektor gilt das schon bis Mitte der 2030er Jahre.

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