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"Click and Collect": Steigende Nachfrage und Verwirrung | BR24

© picture alliance / Rupert Oberhäuser

"Click & Collect" bedeutet auch, dass die Ware nur an bestimmten Stellen abgeholt werden darf, nicht im Laden.

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    "Click and Collect": Steigende Nachfrage und Verwirrung

    Egal ob Bekleidungsgeschäft, Baumarkt oder Buchhändler, die Pandemie bringt viele Händler in Existenznöte. Hoffnungsschimmer bietet da "Click and Collect": Der Kunde bestellt die Ware im Internet oder telefonisch und holt sie direkt beim Geschäft ab.

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    Von
    • Daniel Peter

    Bei einem Baumarkt im Nürnberger Norden steigt die Nachfrage seit gestern stetig an, erklärt Markleiter Dieter Werodin. Am Montag seien es noch rund 25 Bestellungen gewesen, heute schon etwa 40. Die Kunden können mit "Click and Collect" ihre Ware entweder auf der Website direkt bestellen und bezahlen oder auch telefonisch. Draußen vor dem Markt kann die Ware dann kontaktlos abgeholt werden. Vorschrift ist, dass sowohl der Kunde als auch die Mitarbeiter eine FFP2-Maske tragen. Außerdem müssen Zeitfenster vereinbart werden, in denen die Ware abgeholt wird. So soll verhindert werden, dass es zu dichtem Gedränge kommt.

    Verwirrung bei manchem Kunden

    Bei manchem Kunden sorgt die neue Regelung wohl für Verwirrung, denn auch an diesem Mittag kommen einige, die im Baumarkt einkaufen möchten, doch das ist nicht erlaubt, erklärt ihnen der Marktleiter. Ähnlich ist das bei einem großen Musikgeschäft in der Nürnberger Südstadt. Auch hier müssen einige Kunden von Geschäftsführer Andreas Klier an der geschlossenen Eingangstür darauf hingewiesen werden, das "Click and Collect" nicht bedeutet, dass der Laden wieder vollständig geöffnet hat.

    Abholung nicht im Laden erlaubt

    Ein Knackpunkt bei der neuen Regelung ist, dass die Ware nicht auf einer Verkaufsfläche ausgegeben werden darf, also zum Beispiel in einem Laden im Kassenbereich. Nur auf einer sogenannten Abholfläche ist das erlaubt. Das Musikgeschäft weicht deshalb auf den Liefereingang im Keller aus, der ist zwar nicht besonders schön, die Kunden kommen aber trotzdem und holen ihre bestellten Musikinstrumente oder Mikrofone hier ab.

    Melena Renner, die einen Buchlanden im Zentrum von Gunzenhausen hat, lieferte ihre Bücher deswegen direkt an die Kunden aus oder aber lässt diese in einem nahgelegenen Bioladen auslegen. Dort können ihre Kunden die bestellten Bücher abholen und das alles auf Rechnung. Das sei Vertrauenssache, sagt die 37-Jährige, aber bisher hätten alle Kunden bezahlt nachdem sie die Bücher mitgenommen hätten.

    Kunden freuen sich über das Angebot

    Melena Renners Kunden sind überwiegend froh, dass sie nun wieder ihre Bücher fast direkt bei der Buchhändlerin und dem 5-köpfigen Team abholen können. Schon im ersten Corona-Lockdown habe sie das den Kunden angeboten und schon damals sei dieses Angebot gut angenommen worden. Insgesamt ist die Buchhändlerin trotz der Pandemie mit dem vergangenen Jahr zufrieden.

    "Click and Collect" als Rettung?

    Ob "Click and Collect" tatsächlich vielen Händlern etwas bringen kann, da ist sich Baumarktleiter Dieter Werodin nicht sicher. "Die Zusatzverkäufe, die wir dem Kunden im Verkaufsgespräch anbieten, die fallen natürlich weg", so der Marktleider der Baywa Nürnberg. Auch Geschäftsführer Andreas Klier glaubt, dass es trotz "Click and Collect" für viele Einzelhändler schwierig bleibt. Gerade für die Regelung, die Ware nicht im Laden abholen zu dürfen, hat er wenig Verständnis. Für die Mehrheit der Händler sei es nicht realisierbar, eine separate Abholmöglichkeit außerhalb des Ladens zu schaffen und von deshalb sei es für viele auch schwer "Click and Collect" umzusetzen.

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