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Seit zwei Wochen ist auch in Ostbayern wieder der Abholservice "Click & Collect" erlaubt. Kunden können bestellte Waren im Laden vor Ort abholen.

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Click & Collect: Einzelhändler werden kreativ

Seit zwei Wochen ist auch in Ostbayern wieder der Abholservice "Click & Collect" erlaubt. Kunden können bestellte Waren im Laden vor Ort abholen. Um gegen die großen Onlinehändler anzukommen, haben sich die Einzelhändler kreative Konzepte überlegt.

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Von
  • Zara Kroiß
  • BR24 Redaktion

Erst verboten, jetzt erlaubt: "Click & Collect" in Bayern. Das heißt: Klamotten, Bücher, Geschenkartikel können in Läden vorbestellt und unter bestimmten Auflagen vor Ort abgeholt werden. Das Konzept läuft gut, trotzdem ist es für viele Einzelhändler in Niederbayern und der Oberpfalz nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Sportgeschäft richtet Packstation ein

Ralf König hat mit seiner "Click & Collect"-Packstation für einen wahren Hingucker in der Regensburger Innenstadt gesorgt. Vor dem Sportgeschäft "Berg und Lauf König" steht ein großer blauer Spind mit Schließfächern, gesichert mit roten Schlössern. Der Kunde erhält, nachdem er online oder über Telefon bestellt hat, einen Code mit denen er seine Spindtür öffnen und die Ware kontaktlos abholen kann.

Vorteil "Click & Collect": Schnelleres Agieren

Gegenüber Online-Bestellungen habe "Click & Collect" den großen Vorteil, dass Kunden viel schneller agieren können, so König: "Für alle die schnell was suchen, für den ist das echt perfekt. Er kann die Ware sofort haben, und er kann sie eben auch sofort wieder zurückbringen."

Fern-Kundenberatung via Whatsapp und Videoanruf

Ein weiterer Vorteil sei die Kundenberatung. Auch die versucht man jetzt während des Lockdowns beizubehalten. Das Sportgeschäft bietet deshalb eine Fern-Kundenberatung via Whatsapp oder Videoanruf an, unter anderem für die passenden Laufschuhe. Damit der Sportwarenhändler den passenden Schuh für den Kunden findet, muss der Kunde dem Sportgeschäft Fotos von seinem Laufstil, der Kniebeuge und dem Fuß zukommen lassen. Anschließend wählt der Shop mehrere Laufschuhe aus und legt sie dem Kunden zur Auswahl in den Spind.

Ralf König ist froh über den Service "Click & Collect". Er mache damit zwar nur ein Drittel seines normalen Umsatzes, trotzdem fühle es sich gut an wieder zu arbeiten, so der Einzelhändler.

"Click & Collect": Tropfen auf den heißen Stein

Auch Claudia Hennig, Geschäftsführerin vom "Modehaus Hafner" in Straubing, bezeichnet das Konzept "Click & Collect" als Tropfen auf den heißen Stein: "Also, das ist natürlich jetzt nicht so, dass wir jetzt so viel verkaufen können, wie wir verkaufen könnten, wenn wir offen hätten. Aber es wird gut angenommen." 50 bis 60 Anfragen und Bestellungen erhalte das Modehaus im Schnitt täglich. Das liege vor allem an dem Kundenservice, den sie derzeit anbieten, so Hennig. Neben Outfit-Postings auf Social Media, stellt das Modehaus wöchentlich neue Stylings im Schaufenster vor. Das wird gut angenommen, erzählt die Geschäftsführerin.

Aufwändige Online-Beratung

Hennig und ihre Kollegen haben seit der Einführung von "Click & Collect" gut zu tun. Kunden rufen entweder an, schicken eine E-Mail oder eine Whatsapp-Nachricht mit Wünschen und Bestellungen. Die Mitarbeiter suchen aus dem Sortiment die passende Ware und schicken dem Kunden Fotos zu. Nach der Bestellung wird die Kleidung zu einer bestimmten Uhrzeit im Hinterhof kontaktlos ausgegeben.

Hoffnung auf baldige Öffnung

Obwohl das Konzept "Click & Collect" bei ihr gut angenommen wird, wünscht sich Claudia Hennig, dass bald wieder "analoges" Shopping möglich ist. Dies würde aber nur funktionieren, wenn Kunden ihren Geschäften treu bleiben und nicht im Internet bestellen. "Wir sehen jetzt leider, wie leer und trist der Stadtplatz ist, wenn man jetzt auf und ab geht, wenn die Geschäfte eben geschlossen haben. Das möchten wir doch eigentlich nicht in der Zukunft so sehen", sagt die Geschäftsführerin.

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