Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

City-Trend: Parkplätze weichen Radwegen und Cafés | BR24

© BR

Durchschnittlich sucht ein Autofahrer in München zehn Minuten nach einem Parkplatz. Und das dürfte noch mehr werden. Denn in Ballungszentren werden öffentliche Parkplätze abgebaut.

34
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

City-Trend: Parkplätze weichen Radwegen und Cafés

Jeder Autofahrer ist laut einer Studie in München im Schnitt rund 50 Stunden pro Jahr mit Parkplatzsuchen beschäftigt. Gerade in Ballungszentren wie Nürnberg und München werden öffentliche Parkplätze immer weiter abgebaut. Eine Bestandsaufnahme.

34
Per Mail sharen
Teilen

Wenn Sie in München einen Parkplatz suchen, dann sind Sie laut einer INRIX-Studie durchschnittlich neun Minuten dafür unterwegs. In einzelnen Stadtteilen wie Schwabing auch deutlich länger.

50 Stunden im Jahr auf der Suche nach der Parklücke

Jeder Autofahrer ist in München laut der Studie im Schnitt rund 50 Stunden pro Jahr mit der Suche nach einem Parkplatz beschäftigt. Und das wird sich steigern. Denn gerade in Ballungszentren wie Nürnberg und München werden öffentliche Parkplätze in der City immer weiter abgebaut.

Viele Anwohner "not amused"

Bis zuletzt hatten Anwohner, Wirte und Geschäftsleute protestiert: Doch seit August hat die Fraunhoferstraße im Münchner Zentrum rot-markierte Radwege. Und zwar genau dort, wo früher die Autos geparkt haben. Der Münchner Stadtrat hatte beschlossen, die rund 150 Parkplätze längs der Fahrbahn ersatzlos einzustampfen. Und das auf einer viel befahrenen Verbindungsstraße von der Isar zur Altstadt. Für die Stadt München ist das ein Test, wie eine Zukunft mit weniger Autos aussehen könnte.

Ein Kraftfahrzeug kommt auf zwei Einwohner

Bei Radfahrern ist die Freude groß. Bei Anwohnern und Geschäftsleuten hält sie sich in Grenzen. Denn der Kampf um Parkplätze nimmt in den bayerischen Ballungszentren zu. Die Zahl der Autos steigt stetig. So kommt zum Beispiel in Augsburg laut Stadtverwaltung inzwischen - rein statistisch - ein Kraftfahrzeug auf zwei Einwohner, ähnlich Nürnberg und München.

München plant die autofreie Altstadt

Die Landeshauptstadt will für seine City aber die Verkehrswende: Schrittweise über mehrere Jahre soll die Altstadt autofrei werden – mit Ausnahmen für Anwohner, Lieferanten und Busse. Nürnberg hält eine autofreie Innenstadt allerdings für unrealistisch und setzt auf ein Miteinander:

"Ich glaube nicht, dass eine Stadt in dieser Größe in Europa in den nächsten 20 Jahren autofrei sein wird. (...) Es wird alle Mobilitätsformen geben: einen sehr, sehr starken öffentlichen Personennahverkehr, es wird mehr Fahrradfahrer geben, Fußgänger haben eine sehr, sehr große Perspektive - und ja: Es wird auch Autos geben." Daniel F. Ulrich, Bau- und Planungsreferent Stadt Nürnberg

Nürnberg will Autos nicht ganz verbannen

Aber klar ist: Parkplätze werden auch in Nürnbergs Altstadt reduziert. So haben sich Bürgerinnen und Bürger zum Beispiel bei der Neuplanung des Nürnberger Weinmarkts mehrheitlich dafür ausgesprochen, Parkplätze abzubauen. So wie am Hans-Sachs-Platz bereits geschehen - zugunsten von Straßencafes.

"Wir wollen den öffentlichen Raum als Ort der Begegnung, der Kommunikation, des Konsums, des Verweilens (...) fortentwickeln. Und das heißt am Ende natürlich, dass wir auf lange Sicht in der Altstadt sehr viel weniger freie Stellplätze sehen werden und uns vor allem auf die Parkhäuser kaprizieren werden." Daniel F. Ulrich, Bau- und Planungsreferent Stadt Nürnberg

Anwohner-Stellplätze in Parkhäusern

Zudem werden sich die öffentlichen Parkplätze verteuern. In Münchens Altstadt und am Hauptbahnhof kostet ab diesem Herbst die Stunde schon 2, 50 Euro. Sonst zahlt man in München einen Euro. Die City-Bewohner müssen für den grünen Dauerparkschein ihres Autos bereits rund 100 Euro im Jahr hinblättern.

Ob sie künftig überhaupt noch genügend Parkplätze in der Innenstadt finden, ist mehr als ungewiss. München bietet deshalb bereits Anwohner-Stellplätze in Parkhäusern für rund 60 Euro im Monat.

München testet das Flex-Parken

Oder hat vielleicht das Kopenhagener Modell Zukunftschancen? München testet vor der Technischen Universität nämlich das Flex-Parken: Tagsüber dürfen auf dem Streifen neben der Fahrbahn nur Fahrräder stehen, nachts die Autos der Anwohner. Der Test ist gerade erst angelaufen.

Kampf um Parkplätze verschärft sich zur Wiesnzeit

Jetzt zur Wiesnzeit verschärft sich die Parkplatzsuche in München noch einmal drastisch. Wohnmobile dürfen übrigens genauso lange auf öffentlichen Parkplätzen stehen wie Pkw. Nur drin wohnen darf man offiziell nicht. Die Stadt drückt jedoch ein Auge zu – für eine Nacht und nur für Durchreisende, wie es offiziell heißt.