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City-Maut für München sorgt für Wirbel im Handel und beim ADAC | BR24

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Nach der vom Ifo-Institut vorgeschlagenen "Anti-Stau-Gebühr" für München haben der Bayerische Handel und der ADAC mit massivem Widerstand reagiert. Auch die Politik ist skeptisch.

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City-Maut für München sorgt für Wirbel im Handel und beim ADAC

Nach der vom Ifo-Institut vorgeschlagenen "Anti-Stau-Gebühr" für München haben der Bayerische Handel und der ADAC mit massivem Widerstand reagiert. Auch der bayerische Wirtschaftsminister ist skeptisch - Unterstützung kommt dagegen von den Grünen.

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Eine tägliche Gebühr von sechs Euro für Autos - dann würde der Verkehr innerhalb des Mittleren Rings um mehr als 20 Prozent sinken. Das besagt zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie des Ifo-Instituts und der Beratungsgesellschaft Intraplan. Anhand der Stadt München wurde hier beispielhaft durchgerechnet, wie sich Stau am besten reduzieren lässt.

Handel und ADAC gegen eine City-Maut

Die am Montag vorgeschlagene "Anti-Stau-Gebühr" sorgt allerdings im Bayerischen Handel und beim ADAC Südbayern für massiven Widerstand. Der Geschäftsführer vom Handelsverband Bayern, Bernd Ohlmann, spricht vom "Tod des Einzelhandels in den Innenstädten". Ohlmann: "Dann können wir die Abrissbagger für die Innenstädte bestellen."

Auch der ADAC Südbayern kritisiert die vorgeschlagene Gebühr. Sie schaffe Schranken statt attraktive Mobilitätsoptionen ohne Auto. Sie sei sozial ungerecht, gerade, wenn es keine Ausnahmen für Bewohner gebe, so ein Sprecher.

Münchner OB Reiter ist skeptisch

Als "wenig überraschend" bewertete Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Ergebnisse. Es sei klar, dass bei Gebühren weniger Menschen in die Innenstadt fahren würden. Reiter betonte, dass eine solche City-Maut erst dann denkbar wäre, wenn öffentliche Verkehrsmittel den Autoverkehr entsprechend ausgleichen könnten. Weiter kritisierte er, dass in der Studie Ansätze für einen sozialen Ausgleich zwischen reicheren und weniger reichen Autofahrern nur vage ausgearbeitet würden.

Aiwanger will "keine Schnellschüsse"

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist ebenfalls "gegen überhastete City-Maut-Konzepte in bayerischen Städten". Auch er verweist darauf, dass "Zufahrtsbeschränkungen den Händlern in der City weitere Kunden abspenstig machen" - zusätzlich zu den Schwierigkeiten durch die Corona-Krise. "Um den Verkehr in den Großstädten zu reduzieren, braucht es weitsichtige Konzepte, die die Interessen der Wirtschaft und Kunden berücksichtigen", betonte Aiwanger.

Grüne generell für City-Maut - mit Abstufungen

Der Grünen-Fraktionsvorsitzender im Münchner Stadtrat, Florian Roth, hält die Idee einer City-Maut prinzipiell für gut. Sie sei ein gutes Instrument für eine Verkehrswende - und bereits in vielen anderen europäischen Städten ein Erfolgsmodell. Roth plädierte jedoch für ein sozial-ausgewogenes Modell mit Abstufung der Gebühren, beispielsweise nach Schadstoffklasse und Autogröße.

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