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Christliche Kindergärten froh über muslimische Erzieherinnen | BR24

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Muslimische Erzieherinnen in christlichen Kindergärten - geht das überhaupt? Ja, denn 2015 wurde das kirchliche Arbeitsrecht geändert. Die Caritas als Träger vieler Kindergärten in Oberbayern ist sehr froh - sie betreut Kinder aus 70 Nationen.

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Christliche Kindergärten froh über muslimische Erzieherinnen

Muslimische Erzieherinnen in christlichen Kindergärten - geht das überhaupt? Ja, denn 2015 wurde das kirchliche Arbeitsrecht geändert. Die Caritas als Träger vieler Kindergärten in Oberbayern ist sehr froh - sie betreut Kinder aus 70 Nationen.

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Seit das kirchliche Arbeitsrecht 2015 geändert wurde, dürfen kirchliche Kindergärten eine Muslima nicht mehr aufgrund ihrer Religion ablehnen bei einer Bewerbung. Kirchlichen Kindergärten wollen das mittlerweile auch gar nicht mehr. Bei den 64 Kindertageseinrichtungen der Caritas in München und Oberbayern werden mittlerweile Kinder aus über 70 Nationen betreut, mehr als zehn Prozent aller Kinder sind muslimisch.

Keine Anfeindungen wegen Kopftuch

Sakine Dogudurak ist die erste muslimische Erzieherin mit Kopftuch bei der Caritas in München und Oberbayern. Zu Beginn hatte sie große Angst gehabt, dass das Tragen eines Kopftuchs negative Reaktionen hervorrufen könnte, erzählt sie. Diese sei aber völlig unbegründet gewesen. Anfeindungen wegen ihres Kopftuchs habe sie bisher noch nie erfahren.

Die Muslima war überrascht, dass sie bei einem katholischen Träger eine Anstellung bekam. Bei vielen anderen Stellen hatte sie zuvor eine Absage kassiert. Für die Caritas sei eine andere Religionszugehörigkeit kein Problem, sagt Caritas Vorständin Gabriele Stark-Angermeier.

Caritas: Erfahrung mit nicht-christlichen Erzieherinnen sehr positiv

Knapp 20 Prozent der Erzieherinnen bei der Caritas in München und Oberbayern sind weder katholisch noch evangelisch. Muslimische Erzieherinnen gibt es bisher jedoch nur eine Hand voll. Die Erfahrungen mit nicht-christlichen Erzieherinnen seien jedoch sehr positiv, so Stark-Angermeier:

"In der Diskussion wird oft deutlich, dass Menschen, die keinen katholischen oder evangelischen Taufschein haben, sich viel mehr mit der Wertefrage auseinandersetzen und die Bedeutung - gerade im pädagogischen Bereich - nochmals anders reflektieren." Caritas Vorständin Gabriele Stark-Angermeier

Hoher Migrantenanteil in Kindertageseinrichtungen

Die Zeiten haben sich geändert. Darauf müssen auch kirchliche Träger reagieren. Hoch ist der  Migrantenanteil in den Kindertageseinrichtungen der Caritas. Im Caritas-Kindergarten im Münchner Stadtteil Hasenbergl sind beispielsweise 50 Prozent der Kinder muslimisch, sagt die Leiterin Ina Horlbeck.

"Dadurch, dass wir von Anfang an - auch mit den Eltern - deutlich machen, dass wir eine katholische Kita sind, aber eine sehr offene Kita, kam es noch nie zu Ressentiments gegenüber muslimischen Mitarbeitern." Ina Horlbeck, Kita-Leiterin

Schulung in christlichen Bräuchen

Weiterhin sehen sich die Caritas-Kindergärten als katholische Einrichtungen, wo christliche Feste gefeiert werden. Die muslimische Erzieherin Sakine Dogudurak wurde nach ihrer Einstellung auch entsprechend geschult. Für sie ist es daher selbstverständlich, dass sie sich mit den christlichen Bräuchen auskennt.