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Der Fürther Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) wird nicht mehr für den Bundestag kandidieren.

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    Christian Schmidt verzichtet auf weitere Bundestagskandidatur

    Der Fürther Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) verzichtet auf die Bundestagskandidatur im September. "Schweren Herzens" informierte er die Fürther CSU in einem Schreiben über diese Entscheidung.

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    Von
    • Nicolas Eberlein

    Christian Schmidt verfügt derzeit noch über das Direktmandat im Wahlkreis Fürth. Eigentlich sollte er dieses für die CSU auch für die kommende Legislaturperiode verteidigen. Doch nun wird ein hohes Amt ihn schon ab 1. August nach Sarajewo führen.

    Nach Sarajewo berufen

    Nach eigener Aussage wurde Schmidt in der vergangenen Woche "schneller als erwartet" zum Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina berufen. In dieser Rolle soll er über die Einhaltung des nach dem Völkermord von Srebrenica geschlossenen Friedensvertrags von Dayton wachen. Dieses Amt wird der langjährige Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium am 1. August antreten.

    Nicht planbare Herausforderungen

    Ursprünglich plante Schmidt dieses Amt neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter zu führen. Das sei rechtlich auch vereinbar und es habe bereits vergleichbare Fälle gegeben, so Schmidt. Die aktuell angespannte internationale Lage und nicht planbare neue Herausforderungen hätten die Situation aber geändert. Christian Schmidt verweist in seiner Begründung auf Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). In diesen sei die Empfehlung entstanden, auf das Bundestagsmandat "besser zu verzichten".

    Fokussierung auf neue Aufgabe

    Christian Schmidt erklärte, dass er als langjähriger Abgeordneter die Anforderungen einschätzen könnte und sich deshalb für die Doppeltätigkeit entschieden hatte – auch trotz dem "Zuraten erfahrener Politiker". Offene und vertrauliche Hinweise auf eine erhöhte Anforderung seien aber nun hinzugekommen. Nach "schlaflosen Nächten" habe sich Schmidt dazu entschieden, sich auf die neue Aufgabe zu fokussieren.

    Neuer Kandidat oder neue Kandidatin wird gesucht

    Drei Monate vor der Bundestagswahl hinterlässt er damit eine Lücke in seiner Partei, der Direktkandidatsposten ist unbesetzt. Der Bundeswahlkreisgeschäftsführer der CSU, Werner Stieglitz, teilte indes mit, dass "zeitnah zu einer Delegiertenversammlung eingeladen" werde, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Schmidt zu finden.

    Die CSU-Kreisvorsitzenden Matthias Dießl (Fürth-Land), Hans Herold (Neustadt a.d.Aisch/Bad Windsheim) und Thomas Winning (Fürth-Stadt) hätten erklärt, einen gemeinsamen Vorschlag mit den Parteigremien präsentieren zu wollen, heißt es in einer Mitteilung der Partei. Wann mit einer Nominierung zu rechnen sei, ist noch nicht klar, hieß es aus dem Wahlkreisbüro auf BR-Nachfrage.

    Der Termin für die Nominierung des Direktkandidaten soll aber noch stattfinden, bevor die CSU am 26. Juni ihre bayernweiten Landesliste aufstellt.

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