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Christbaum aus dem Fichtelgebirge alleine unterwegs nach Berlin | BR24

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Seit zehn Jahren wird im Fichtelgebirge ein Baum gefällt und als Christbaum nach Berlin geschickt. Die etwa sechs Meter hohe Weißtanne wird in diesem Jahr vor der bayerischen Landesvertretung in Berlin stehen.

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Christbaum aus dem Fichtelgebirge alleine unterwegs nach Berlin

Seit zehn Jahren wird im Fichtelgebirge ein Baum gefällt, der zum Teil vor großen politischen Institutionen als Christbaum glänzt. Auf seiner Reise wird der Baum normalerweise von Schülern begleitet, die ihn schmücken. In diesem Jahr ist das anders.

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Von
  • Kristina Kreutzer

Seit zehn Jahren ist es Tradition, dass ein Baum aus dem Fichtelgebirge mit Baumanhängern aus Porzellan an einem prominenten Ort aufgestellt wird, wie etwa am Europaparlament oder am Reichstagsgebäude. In diesem Jahr läuft die Aktion allerdings anders als geplant. Zwar wurde auch in diesem Jahr ein Baum gefällt und auf die Reise geschickt, der Weihnachtsschmuck allerdings bleibt in Selb.

Christbaum geht alleine auf die Reise nach Berlin

Es ist eine etwa sechs Meter hohe und 30 Jahre alte Weißtanne, die bei Seehaus am Fuße des Schneebergs von "dem Mann mit dem Christbaumblick" gefällt wurde. So zumindest bezeichnet Martin Hertel von den Bayerischen Staatsforsten den Förster Bernhard Kraus, der den Baum ausgesucht hat, weil er "würdig ist, die Bayern in Berlin zu vertreten." Denn der Weihnachtsbaum soll in diesem Jahr die Bayerische Landesvertretung in Berlin schmücken.

"Der perfekte Christbaum ist gleichmäßig gewachsen, hat dichte Benadelung und ist saftig grün." Bernhard Kraus, Förster vom Forstbetrieb Fichtelberg

Bereits im Oktober hatten Kinder der Luitpoldschule Selb rund 400 Baumanhänger aus Porzellanmasse ausgestochen. Ursprünglich wollten sie den fertigen Baumschmuck dann selbst in Berlin an den fränkischen Baum hängen. Doch die aktuelle Corona-Lage macht das unmöglich. Daher geht der Baum alleine auf Reisen.

Anhänger schmücken Baum der Schule in Selb

Der Christbaumschmuck schmückt jetzt den schuleigenen Weihnachtsbaum. "Dadurch soll den Kindern wenigstens ein bisschen für ihre Mühe bedankt werden", sagt Organisator Udo Benker-Wienands. Er hatte einst die Idee, aus der eine Tradition wurde. Vor zehn Jahren hatte der Naturpark Fichtelgebirge sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Im Rahmen dessen wurde für das Reichstagsgebäude in Berlin ein Weihnachtsbaum geliefert. Doch man wollte nicht nur den Baum nach Berlin schicken, sondern gleich auch den passenden Schmuck. Seitdem fertigen die Selber Grundschüler Jahr für Jahr die Anhänger im Porzellanikon an.

Anhänger werden verkauft, Erlös geht nach Afrika

Gebrannt werden die Anhänger beim Porzellanhersteller Rosenthal. In den vergangenen Jahren wurde der Baum aus dem Fichtelgebirge immer wieder an einem prominenten Ort aufgestellt, wie beispielsweise am Bundestag in Berlin, am Landtag in München, am Europaparlament in Straßburg oder am Bauhausmuseum in Weimar. Nach Weihnachten wird der Baumschmuck für einen guten Zweck verkauft. Auch in diesem Jahr soll der Erlös die Schulbildung eines Kindes in Kenia finanzieren.

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Förster Bernhard Kraus erklärt im Gespräch mit dem BR, wie der perfekte Christbaum aussieht.

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