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Lämmchen Hannes wird von zwei Chirurgen verarztet, die eigentlich Menschen behandeln. Wenig später kann das Jungtier wieder problemlos auftreten.

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    Tierischer Patient: Narkoseärzte heilen hinkendes Lämmchen

    Ein flauschiges Adoptivkind mit Handicap: Zwei Frauen aus dem Landkreis Dillingen ziehen ein hinkendes Lämmchen mit der Flasche auf. Das Tier kommt aber nicht auf die Beine - bis die Frauen es schließlich mit menschlichen Heilmethoden probieren.

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    Von
    • Anna Klein
    • Thommi Stottrop

    Das Lämmchen hatte seinen Spitznamen schnell erlangt: „Hinke-Hannes“ wurde das Jungtier genannt, das bei einer Familie aus Bachhagel im Landkreis Dillingen auf die Welt kam. Mit gerade mal zwei Tagen bricht sich der flauschige Familienzuwachs allerdings das Hinterbein. Der Tierarzt verarztet den Bruch mit einem ersten Gips.

    Erster Gips heilt den Bruch nicht

    Doch schon nach einer Woche hinkt das Lämmchen wieder. Als der Tierarzt den Gips wieder abnimmt, kommt darunter eine Wunde zum Vorschein. Der Bruch darunter war schon halb verheilt, auf die Wunde kommt ein Verband. Nach zwei Tagen lahmt das Tier allerdings schon wieder: Der Fuß war wieder gebrochen. Die Schafsmama wollte den hinkenden Nachwuchs daraufhin nicht mehr säugen und auch in der Schafsherde verliert das das Kleine den Anschluss.

    Mit der Flasche aufgezogen

    Die Familie von Simone Wilfart nimmt das Lämmchen deshalb aus dem Stall mit zu sich nach Hause und zieht es mit der Flasche auf – ein Fulltime-Job: Alle drei Stunden bekommt Hannes ein Fläschchen. Die Nachbarsfamilie hilft mit, Hinke-Hannes bekommt einen eigenen kleinen Stall. Während sich die Versorgung des Lämmchens zwischen den Nachbarn langsam einspielt, will das Bein einfach nicht heilen. Soll man das Lämmchen einschläfern? Die Adoptiveltern sind ratlos.

    Letzte Lösung: Humanmedizin

    Die Lösung kommt über das Berufsumfeld der Nachbarin, die in einer chirurgischen Klinik in der Region arbeitet: Zwei Anästhesisten statten dem hinkenden Lamm daraufhin einen Besuch ab. Die beiden Humanmediziner legen Verband und Gips an. Im Gegensatz zur Tiermedizin wird bei Menschen ein anderes Gipsmaterial verwendet und flexibler eingegipst. Und siehe da: Nur kurze Zeit später kann das Lämmchen schmerzfrei auftreten und sogar hüpfen.

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