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China: Wie macht sich Aiwanger auf internationalem Parkett? | BR24

© BR/Regina Kirschner

Seit Sonntag ist der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in China unterwegs. Er will die Handelskontakte zwischen Bayern und China ausbauen. Wie macht sich der Bayerische Wirtschaftsminister in dieser Rolle?

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China: Wie macht sich Aiwanger auf internationalem Parkett?

Seit Sonntag ist der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in China unterwegs. Er will die Handelskontakte zwischen Bayern und China ausbauen. Wie macht sich der bayerische Wirtschaftsminister in dieser Rolle?

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Der Niederbayer Hubert Aiwanger in China. Ein Programmpunkt ist die Feier zu 15 Jahre Partnerschaft zwischen der südchinesischen Provinz Guangdong und dem Freistaat Bayern. Der Übersetzer eröffnet den bayerisch-chinesischen Abend auf Deutsch mit den Worten: "Stoßen wir auf unser Freundschaftsglück an!"

Aiwanger hat keine Angst vor kulturellen Fauxpas

Die Gläser klirren. Auch Ehrengast Hubert Aiwanger, der sonst nie Alkohol trinkt, greift aus Höflichkeit zum Rotweinglas. Es ist Aiwangers erste China-Reise und somit ist es auch das erste Mal, dass er als Vize-Ministerpräsident und bayerischer Wirtschaftsminister auf dem politischen Parkett in China auftritt. In kulturelle Fallen können Europäer hier zu Hauf tappen. Aiwanger gibt sich dennoch gelassen. Das seien schließlich keine Menschen vom anderen Stern.

"Die sind die westlichen Gepflogenheiten gewohnt. Die waren schon öfter in Bayern als ich in China. Und so groß sind die kulturellen Unterschiede auch wieder nicht." Hubert Aiwanger (Freie Wähler), Bayerischer Vize-Ministerpräsident.

Ein merklicher Fauxpas ist Aiwanger auf seiner Reise bislang nicht passiert. Er schüttelt freundlich viele Hände, lächelt, macht Smalltalk und gibt den Dolmetschern dabei ordentlich zu tun. Politische Gespräche beginnt er förmlich. Dann wird aber auch mal geflachst und gescherzt – über deutsche Exaktheit und chinesischen Fleiß.

Das Thema Hongkong klammert Aiwanger in China aus

Inhaltlich geht es Aiwanger bei seiner Reise in die wirtschaftsstarken Regionen Shanghai und Guangdong vor allem darum, die Wirtschaftskontakte zwischen Bayern und China zu verbessern. In Gesprächen mit Lokalpolitikern lobt er die Innovationskraft Chinas und lädt sie nach Bayern ein. Schwierige Themen wie Menschenrechtsfragen und die Lage im etwa eine Stunde entfernten Hongkong klammert er aus.

"Die Frage ist: Wie komme ich hier am besten vorwärts? Ich bin der Überzeugung über Kontakte, über eine gewisse gemeinsame Grundlage, aber nicht indem ich mit dem Zeigefinger durch China laufe und denen sage, was sie jeden Tag besser machen sollen." Hubert Aiwanger, Bayerischer Wirtschaftsminister

Staatstragend und locker

Harald Leupold, Präsident der IHK in Nürnberg war schon oft in China und hat bereits viele Wirtschaftsminister vor Aiwanger erlebt. Er sei positiv überrascht von der Fachkompetenz des Freie Wähler-Ministers, erzählt der IHK-Vertreter. Aiwangers persönliches Auftreten in China lobt er als sehr verbindlich. Aiwanger komme auf der einen Seite "staatstragend rüber", auf der anderen Seite sei er mit seiner lockeren, persönlichen Art auch im Sozialen und Zwischenmenschlichen angenehm.

Lob von CSU und Grünen

Auch die beiden mitgereisten Landtagsabgeordneten Barbara Fuchs von den Grünen und Sandro Kirchner von der CSU finden: Der Minister mache einen guten Job in China.

"Weil er zurückhaltend ist und genau schaut, was sein Gegenüber macht, wie ein Gespräch verläuft. Ich finde, das macht er ganz gut." Barbara Fuchs, Grüne

Auch inhaltlich hat sie bei der Reise nichts vermisst. Um selbst noch mehr über die Lebensbedingungen in China zu erfahren, habe sie aber von sich aus bei jedem Termin Fragen zu den Arbeitsbedingungen der Menschen gestellt und so auch den sozialen Bereich abgedeckt, meint Fuchs.

Sandro Kirchner von der CSU will die Reise am Ende zum Vergleich mit Bayern nutzen: "Macht man es genauso gut, macht man es schlechter? Das ist eine Möglichkeit zu sehen, wo man steht, und zu erkennen, ob man sich noch mehr anstrengen muss." Das Protokoll der Reise unter der Leitung von Hubert Aiwanger lobt er als perfekt und hat auch an der Art und Weise, wie sich der Minister in China gibt, nichts auszusetzen.

Wirtschaftsminister möchte Erfahrungen in China nicht missen

Fast eine Woche ist der bayerische Wirtschaftsminister insgesamt in China unterwegs. Für jemanden, der eigentlich lieber im eigenen Bett schläft, eine lange Zeit. Oder ist Aiwanger nun etwa auf den Geschmack gekommen?

"Ich würde diese Erfahrung hier nicht eintauschen wollen gegen drei Tage mehr Heimaturlaub. Und wenn es der Sache dient, dann bin ich mindestens so gern in China wie daheim am Sofa." Hubert Aiwanger