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Chance digitales Lernen: Nürnberger Dürer-Gymnasium als Vorbild | BR24

© BR/Karin Goeckel

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) informiert sich über die von der Roland Berger Stiftung geförderten Profilklassen am Dürer-Gymnasium.

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Chance digitales Lernen: Nürnberger Dürer-Gymnasium als Vorbild

Während des Corona-Lockdowns hatten Schüler am Nürnberger Dürer-Gymnasium einen digitalen Vorsprung: Sie sind Stipendiaten der Roland Berger Stiftung und geübt im digitalen Lernen. Für Ministerpräsident Söder sind sie damit Vorbild für ganz Bayern.

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Die Schülerinnen und Schüler der 6b, die am Donnerstagmorgen (10.09.20) in der Aula des Nürnberger Dürer-Gymnasiums vor ihren Tablets sitzen und über ihrer Musik-Aufgabe brüten, haben es nicht leicht im Leben. Die meisten kommen aus schwierigen Familienverhältnissen – manche sind noch nicht lange in Deutschland, manche haben keine Eltern, die sie beim Lernen unterstützen. Trotzdem haben alle den Übertritt von der 5. in die 6. Klasse geschafft. "Unter ihnen ist keiner nur auf Probe vorgerückt", berichtet Schulleiter Reiner Geißendörfer stolz den heutigen Besuchern, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Stiftungsgründer Roland Berger.

Digitales Lernen: Vorteile für Berger-Stipendiaten im Corona-Lockdown

Seit 2013 fördert die Roland Berger Stiftung am Dürer-Gymnasium begabte Schüler mit schwierigen Startbedingungen. Zu dieser Förderung gehört auch die Ausstattung mit digitalen Medien. Von Anfang an werden die sogenannten "Profilklassen" mit Laptops oder Tablets ausgestattet und im souveränen Umgang mit digitalen Tools geschult. Das kam ihnen im Corona-Lockdown zugute. Im Gegensatz zu anderen Schülern, die wenig vertraut sind mit dem digitalen Lernen, wussten die Stipendiaten schon gut Bescheid."Wir hatten einen kleinen Vorsprung“, meint Sechstklässler Ali. Ein weiterer Vorteil waren zudem die von der Roland Berger Stiftung angestellten Sozialpädagogen, die den Kindern bei Nöten in der Schule oder zu Hause beistehen, auch außerhalb der Schulzeit.

Roland Berger: Digitales Lernen schafft Bildungsgerechtigkeit

Digitales Lernen dient der Bildungsgerechtigkeit – davon ist Unternehmer Roland Berger überzeugt. "Dieses Modell wünsche ich mir für alle begabten Schüler in Bayern", sagte er. Auf lange Sicht profitiere die Gesellschaft davon: Aus gut ausgebildeten Kindern würden schließlich auch gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Bildung sei außerdem der beste Schutz vor populistischen Parolen. Digitales Lernen gehöre deshalb an die Spitze der bildungspolitischen Agenda. Schulleiter Geißendörfer stimmt dem zu. Die Schülerinnen und Schüler könnten sich zum Beispiel untereinander vernetzen, um zum Beispiel Referate vorzubereiten. Zudem könnten Lehrer Lerninhalte stärker als früher visualisieren, etwa durch Bilder oder Erklärvideos.

Söder: Profilklassen am Dürer-Gymnasium Modell für Bayern

Digitales Lernen ist wichtig, und die Profilklassen am Dürer-Gymnasium sind ein Modell für ganz Bayern, das sieht auch Ministerpräsident Söder so. "Deswegen müssen wir solche Programme unterstützen, ausbauen und vertiefen", so Söder. Deshalb solle die Digitalisierung an den Schulen vorangetrieben werden. Im ersten Halbjahr dieses Schuljahres will Bayern 370.000 Tablets für Schüler und Lehrer anschaffen. Auch die Lernplattform Mebis soll ausgebaut und ein "Schul-YouTube" mit Lern- und Erklärvideos für den Unterricht entwickelt werden. Voraussetzung dafür sei, dass jede Schule in Bayern ans schnelle Internet angeschlossen werde. "Wir sind besser, als ich noch vor zwei, drei Jahren dachte, aber noch lange nicht gut genug", sagte Söder selbstkritisch.

Landtags-SPD sieht Nachholbedarf bei Digitalisierung an Schulen

Auch die SPD-Landtagsfraktion sieht bei der Digitalisierung der Schulen im Freistaat noch einigen Nachholbedarf. Noch viel zu selten würden die vom Bund bereitgestellten Mittel aus dem Digitalpakt von den Kommunen abgerufen. In Ober- und Unterfranken hätten etwa nur drei Prozent der Kommunen einen Förderantrag gestellt. Grund seien die zu hohen bürokratischen Hürden. In Oberfranken sei nur ein einziger Antrag bewilligt worden, in Unterfranken 20, teilten die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt (Bayreuth) und Volkmar Halbleib (Ochsenfurt) mit. Ausgezahlt worden sei bislang noch nichts. Jede zweite Schule in Bayern habe zudem noch kein schnelles Internet.

© BR

Ministerpräsident Markus Söder hat das Dürer-Gymnasium in Nürnberg besucht. Nach den vergangenen Monaten mit Homeschooling war sein Thema: Digitale Tools im Unterricht.

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