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Der Chamer Landrat Franz Löffler (r) (CSU) mit Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Januar an der bayerisch-tschechischen Grenze

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    Chamer Landrat: Onlineshopping ist Chance für ländlichen Raum

    Der Landrat von Cham im Bayerischen Wald, Franz Löffler (CSU), sieht in Onlineshopping und Digitalisierung "die Chance unserer Zeit" für gleichwertige Lebensverhältnisse. Die große Stadt werde unwichtiger.

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    Von
    • Marcel Kehrer
    • Renate Roßberger

    In jeder Krise liegt auch eine Chance, und da bildet die Coronakrise wohl keine Ausnahme. So sieht das offenbar auch der Landrat von Cham, Franz Löffler (CSU). Er sieht in Onlineshopping und Digitalisierung "die Chance unserer Zeit" für gleichwertige Lebensverhältnisse.

    Infrastruktur ist entscheidend

    "Es ist nur eines wichtig: Der Breitbandanschluss auf höchstem Niveau", betonte der Chamer Landrat Franz Löffler am Donnerstagabend im Regensburger Presseclub. Damit könne man sich auch am Land mit der ganzen Welt vernetzen. "Jeder sagt zwar, der Einzelhandel vor Ort sei unbedingt notwendig. Ich bin auch einer vom alten Schlag, der das gerne nutzt." Die Realität sei aber, dass man Einkäufe online erledige. "Online bedient zu werden ist ortsunabhängig - wenn die Infrastruktur passt. Das ist die Chance unserer Zeit auch für die Gleichwertigkeit der Räume in einem Land insgesamt", so Löffler.

    Händler müssen sich auch mit Onlinehandel beschäftigen

    Einzelhändler sollten sich neben ihrem Ladengeschäft auch mit Onlinehandel beschäftigen. "Man wird das nicht mehr so isoliert betrachten können". Die Digitalisierung werde sicher auch die Arbeit im Landratsamt verändern, hin zu mehr Homeoffice und weniger Platzbedarf.

    Auch als Oberpfälzer Bezirkstagspräsident habe er gesehen, dass Homeoffice funktioniere: "Ich habe auch in der Bezirkssozialverwaltung ungefähr 200 Mitarbeiter. Da waren in der Spitzenzeit etwa 70 bis 80 Prozent im Homeoffice und der Betrieb hat funktioniert." Natürlich lebe eine Behörde aber auch davon, dass dort Menschen anzutreffen seien und Besprechungen in Präsenz stattfinden.

    Löffler: Landkreis gut aufgestellt zur Bewältigung der Krise

    Um die Zukunft seines Landkreises ist Löffler trotz Corona nicht bange: Aus Handwerk und Industrie bekomme er oft die Aussage, man sei erstaunlich stabil unterwegs, die Auftragslage sei bislang gut. Eine Firma habe den besten März der Firmengeschichte gehabt. "Wir haben die Chancen bislang genutzt, wir haben auf Innovationskraft gesetzt, wir haben hochwertigere Produkte, die nach wie vor am Weltmarkt gebraucht und nachgefragt werden. Und wer da vorne mit dabei ist, wird auch die Zeit nach der Krise besser bewältigen können", ist sich Löffler sicher.

    Unterstützung für Handel, Gastronomie und Tourismusbranche notwendig

    Handel, Gastronomie und die Tourismusbranche hätten allerdings Unterstützung nötig, so Löffler. Gleichwohl sei er hier gar nicht so pessimistisch: "Die Sehnsucht der Menschen, dass sie verreisen können, ist groß. Die Leute wollen wieder wegfahren", so Löffler bei der Online-Veranstaltung des Regensburger Presseclubs. Er erinnerte an das vergangene Jahr: "Da, wo es ging, wo gute Konzepte da waren, wo die Hygienekonzepte in den Hotels des Bayerischen Walds funktioniert haben - und die haben funktioniert - da war dann doch ein sehr großer Zuspruch da. Und auf diesen Zuspruch vertraue ich dieses Jahr ganz genauso."

    Man müsse eben sicherstellen, dass die Unternehmer in der Lage sind, die Zeit zu überbrücken. Es sei nicht gut gewesen, dass die Auszahlung der Wirtschaftsbeihilfen so lange gedauert habe. Auf Bezirksebene unterstütze man auch die Kultur mit Übergangsregelungen, "um nach der Pandemie die Brücken zu einem Kulturerlebnis nicht abreißen zu lassen".

    Haben hoffentlich Höhepunkt der Bugwelle gesehen

    Bei den Corona-Zahlen und der Verbreitung vor allem der britischen Corona-Variante sehe man in der Grenzregion bereits: "Es kommt weniger nach." Die Entwicklung im Kreis Tirschenreuth etwa findet Löffler "sensationell": "Tirschenreuth hat Stand heute die niedrigste Inzidenzzahl in ganz Bayern. Also es kommt weniger von Tschechien nach. Und jetzt kann man bloß hoffen, dass sich das auch so fortsetzt."

    Trotz Impfkampagne und Immunisierung müsse man aber weiterhin aufpassen. "Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Und so mancher will das nicht immer so wahrhaben." Seine Hoffnung sei, dass man jetzt "den Höhepunkt der Bugwelle" gesehen habe.

    Löffler plant großes Fest für die Pendler im Herbst

    Für die tschechischen Pendler, die im Landkreis Cham arbeiten, seien die vergangenen Monate nicht einfach gewesen, betonte Löffler. Vor diesen "für die gesamte Entwicklung der Region so wichtigen Grenzgängern" habe er "allergrößten Respekt", und wolle diesen auch zeigen: "Ich habe zum Beispiel vor, im Herbst, wenn's wieder geht, ein großes Pendlerfest zu machen."

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