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Cham: Gerichtsverhandlung wegen illegaler Luchstötung | BR24

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Der sogenannte Luchsfall aus dem Jahr 2015 sorgte für bundesweite Schlagzeilen, jetzt wurde bekannt: Im September wird es am Amtsgericht Cham den langerwarteten Prozess gegen einen 53-Jährigen geben. Er soll mindestens einen Luchs getötet haben.

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Cham: Gerichtsverhandlung wegen illegaler Luchstötung

Der sogenannte Luchsfall aus dem Jahr 2015 sorgte für bundesweite Schlagzeilen, jetzt wurde bekannt: Im September wird es am Amtsgericht Cham den langerwarteten Prozess gegen einen 53-Jährigen geben. Er soll mindestens einen Luchs getötet haben.

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In Cham muss sich ein 53-jähriger Jagdberechtigter aus dem Lamer Winkel am 12. September vor dem Amtsgericht verantworten. Der Mann wird verdächtigt, mindestens einen Luchs, damit also eine streng geschützte Tierart, mit einer Lebendfalle eingefangen und anschließend erschossen zu haben.

Angeklagtem droht Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren

Dem Mann wird ein Vergehen nach Paragraph 71 des Bundesnaturschutzgesetzes vorgeworfen. Außerdem ist er wegen des Besitzes zweier verbotener Waffen angeklagt. Dabei geht es um ein Nachtsicht-Zielgerät und einen Wurfstern, die die Polizei bei einer Hausdurchsuchung in seinem Anwesen gefunden hatte. Der mögliche Strafrahmen für die beiden Anklagepunkte liegt bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Langwierige Ermittlungen nach "Luchsfall" im Jahr 2015

Der Prozess, für den ein Verhandlungstag angesetzt ist, ist das Ergebnis langwieriger Ermittlungen im sogenannten Luchsfall, der im Mai 2015 für bundesweite Schlagzeilen gesorgt hatte. Damals waren in einem Waldstück im Lamer Winkel vier abgetrennte Luchs-Vorderläufe gefunden worden, die dort offenbar absichtlich als Provokation gegen den Luchsschutz ausgelegt worden waren. Sie stammten von zwei illegal getöteten Luchsen, wie sich später herausstellte. Naturschutzverbände forderten eine konsequente Strafverfolgung und setzten eine hohe Belohnung aus. Polizei und Staatsanwaltschaft starteten aufwändige Ermittlungen.

Illegale Luchstötungen im Bayerischen Wald

Schon in den Jahren zuvor hatte es immer wieder illegale Luchstötungen im Bayerischen Wald gegeben. Im Dezember 2016 gab es schließlich eine Hausdurchsuchung bei dem jetzt angeklagten Mann im Raum Lohberg und danach monatelange akribische Untersuchungen der Behörden. Dem 53-Jährigen konnte aber eine Beteiligung an dem Fall mit den abgetrennten Luchsbeinen nicht nachgewiesen werden. Es konnte keine Übereinstimmung zwischen den Geschossteilen in den Luchskadavern und der Munition des Jagdberechtigten festgestellt werden.

Angeklagter gesteht Zeugen illegale Wildtier-Tötungen

Die Ermittlungen in diesem Fall gegen ihn wurden deshalb eingestellt, ebenso die Ermittlungen wegen der Tötung eines anderen Luchses, dessen Pfoten und Ohren man bei der Hausdurchsuchung entdeckt hatte. Nicht beweisen konnten die Behörden außerdem weitere illegale Wildtier-Tötungen, die der Mann selbst gegenüber einem Zeugen behauptet hatte. Dennoch steht er jetzt im September vor Gericht, um sich für die nachweisbaren Fälle zu verantworten.