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Veranstalter Felix Walchshöfer steckt noch mitten in den Vorbereitungen für den Challenge in Roth.

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    Challenge Roth: Was wird 2021 aus dem Triathlon?

    Halb so viele Athleten, keine Stimmungsnester an der Strecke, Kontrollen im Stadion: Ein Corona-konformes Konzept für den legendären Langstrecken-Triathlon Challenge in Roth liegt den Genehmigungsbehörden vor. Werden sie grünes Licht geben?

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    Von
    • Ulrike Nikola

    Der Countdown für den Langstreckentriathlon Challenge Roth 2021 wäre ohne Pandemie schon in vollem Gange. Triathleten aus der ganzen Welt würden im Juni anreisen, die Wettkampfstrecke erkunden und sich akklimatisieren, um am ersten Juli-Wochenende für 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen an den Start zu gehen. Doch im vergangenen Jahr und auch 2021 ist alles ganz anders: Nachdem das weltbekannte Rennen 2020 durch Corona ganz ausgefallen ist, soll es heuer am ersten September-Wochenende stattfinden. Dazu muss das speziell ausgearbeitete Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept allerdings zuvor vom Landratsamt Roth und den Gesundheitsbehörden genehmigt werden.

    Halb so viele Athleten

    Von den normalerweise rund 3.000 Einzelstartern und 500 Staffeln wird dieses Jahr nur die Hälfte ins Rennen gehen. Durch die reduzierte Anzahl werden nicht nur die Startzeiten entzerrt, sondern auch die Abstände können besser eingehalten werden. Als die Verschiebung des Wettkampftages von Anfang Juli 2021 auf Anfang September bekannt gegeben wurde, konnten sich die angemeldeten Sportlerinnen und Sportler entscheiden, ob sie im Herbst oder lieber erst 2022 teilnehmen möchten. Schließlich fiel das Ergebnis 50:50 aus und es musste niemand ausgeladen werden.

    Keine Stimmungsnester, keine Biermeile

    Um größere, unkontrollierte Menschenansammlungen zu vermeiden, wird es in diesem Jahr weder die beliebte Biermeile in Eckersmühlen, noch das Stimmungsnest am Kalvarienberg geben. Ebenso fallen alle Veranstaltungen rund um das Triathlon-Event aus: die Begrüßungsfeier auf dem Rother Marktplatz mit der Bayern3-Band, die Nudel-Party und auch der Challenge Women-Lauf am Vortag. "Es wird anders sein, aber es wird genauso herzlich sein", verspricht Felix Walchshöfer vom Veranstalter-Team Challenge. Auf die Frage nach dem legendären Solarer Berg kann er noch keine Antwort geben, da sei er mit den Behörden im Gespräch. Vielleicht könnte es für die Gänsehaut-Passage am steilen Anstieg in Hilpoltstein eine Regelung geben, mit der das Publikum registriert und kontrolliert würde – ähnlich wie im Zieleinlauf im Stadion in Roth. Denn es seien jedes Jahr die Bilder vom Solarer Berg, die um die Welt gehen, wenn die Zuschauerinnen und Zuschauer eine enge Gasse bilden und mit ihren Rufen die Radfahrer anfeuern.

    Einlass-Kontrollen im Stadion

    Die sonst üblichen 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden in diesem Jahr also nicht entlang der Wettkampfstrecke durch den Landkreis Roth mitfiebern. Doch beim Zieleinlauf ins Rother Stadion sollen geimpfte, getestete oder genesene Personen mit FFP2-Maske jubeln dürfen. Eine begrenzte Zahl soll einen festen Sitzplatz mit ausreichend Abstand zu anderen zugeteilt bekommen. So sehen zumindest die Planungen aus. Das Veranstalter-Team Challenge hat ein entsprechendes Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept für Sportler, Wettkampfrichter, Helfer, Publikum und Bevölkerung beim zuständigen Landratsamt Roth eingereicht. Die Genehmigung steht noch aus. Es wurde vom Veranstalter-Team mit der Deutschen Triathlon Union (DTU) ausgearbeitet, unterstützt von einer Agentur, die auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in diesen Dingen berät.

    Kritiker versus Befürworter

    Veranstalter Felix Walchshöfer ist zuversichtlich, dass sich die Rahmenbedingungen in den nächsten Wochen weiterhin verbessern: Sinkende Inzidenzen, steigende Impfraten und eine weitestgehende Herdenimmunität im Spätsommer. Doch es gibt auch Kritiker in Roth und im Landkreis, die fragen, ob eine Triathlon-Großveranstaltung in diesem Jahr überhaupt nötig sei? Befürworter sagen "Ja", wenn das Hygiene- und Infektionsschutz-Konzept überzeuge. Unterstützung kommt auch von Jörg Ammon, dem Präsidenten des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), der immer wieder betont, wie wichtig der Sport sei – auch in der Pandemie. Gerade der Triathlon bietet mit Lauf- und Radtraining eine gute Möglichkeit, sich allein und mit Abstand fit zu halten und zu bewegen. Nur das Schwimmtraining ist für die Triathletinnen und Triathleten in den vergangenen Monaten ausgefallen. Erst jetzt können sie wieder im Freibad ihre Bahnen ziehen oder im Freiwasser schwimmen. Insofern hat die Verschiebung des Challenge Roth auf den Spätsommer den Vorteil, dass ihnen mehr Zeit für's Training bleibt.

    Pasta kochen mit Sebi

    Rund um den ursprünglichen Wettkampftag am 4. Juli 2021 hat sich das Veranstalter-Team trotzdem etwas einfallen lassen. Über das Internet gibt es vier Abendveranstaltungen, bei denen beispielsweise Top-Triathlet und Roth-Sieger "Sebi", Sebastian Kienle, als Ersatz für die ausgefallene Pasta-Party Nudeln kocht. Die Fans können zuhause via Bildschirm mitkochen. Es ist ein kleiner Vorgeschmack und eine gute Möglichkeit für die Sportlerinnen und Sportler ihren Kohlenhydratspeicher für ihren großen Tag am 5. September 2021 aufzufüllen.

    Es wird eine Reise zurück zu den Anfängen, als der Triathlon noch eine reine Sportveranstaltung und weniger ein gesellschaftliches Ereignis gewesen ist. In diesem Jahr ist es nicht nur eine riesige Challenge für die Athleten, sondern eine noch größere für die Organisatoren. Auch sie brauchen einen langen Atem bis zur abschließenden behördlichen Genehmigung.

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