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Center Parcs hat rund drei Wochen vor dem Ratsbegehren in Pfofeld (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen) erneut eine Infoveranstaltung angeboten. Dabei ging es um Naturschutz, Touristen und Arbeitsplätze.

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Center Parcs-Bürgerinfo: Sorge um Muna-Wald und Tourismusboom

Knapp drei Wochen vor dem Ratsbegehren in Pfofeld hat Center Parcs noch einmal zu einer Bürgerinfoveranstaltung eingeladen. Bei der Online-Runde konnten live Fragen gestellt werden. Diese drehten sich viel um Naturschutz, Touristen und Arbeitsplätze.

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Von
  • Annika Svitil

Die Sorge um Übertourismus, den Muna-Wald und die Einbindung der Region waren die größten Themen bei der gestrigen Infoveranstaltung von Center Parcs zum geplanten Feriendorf am Brombachsee. Bereits am 14. April luden die Betreiber zu einer solchen Online-Bürgerveranstaltung ein, bei der live Fragen zum Projekt eingesendet werden konnten.

Leutkircher Oberbürgermeister berichtet über seine Erfahrung mit Center Parcs

Neben den Projektbeteiligten des niederländischen Feriendorfbetreibers waren bei der gestrigen Runde die beauftragten Gutachter für Umweltschutz und Tourismus sowie der Oberbürgermeister der Stadt Leutkirch im Allgäu, wo 2018 der neuste deutsche Center Parcs eröffnet wurde. Hans-Jörg Henle (parteilos) schilderte seine postitiven Erfahrungen rund um die Versprechungen und die anschließende Umsetzung durch den Betreiber. Zwei Jahre nach der Eröffnung sei er begeistern, was der Park für einen Mehrwert für die Region, die örtliche Gastronomie und den Einzelhandel gebracht hat.

Sorge um den Muna-Wald

Viele Fragen drehten sich um das Thema Artenschutz und die ausgewiesenen Naturschutzzonen auf dem Muna-Areal, auf dem das Feriendorf errichtet werden soll. Laut Umweltgutachter Burchard Stocks sollen besonders schützenswerte Teile des Muna-Waldes eingezäunt, gefährdete Tierarten sukzessive vor dem Bau der Parkanlage umgesiedelt und ein spezielles Beleuchtungskonzept für möglichst wenig Lichtverschmutzung erstellt werden. Center Parcs müsse sich an die Vorgaben aus dem erstellten Umweltschutzgutachten halten.

Over-Tourism befürchtet

Größer diskutiert wurde auch die Sorge um den Zuwachs der Touristen, die gerade im letzten Corona-Sommer für Ärger im Fränkischen Seenland sorgten. Laut Tourismus-Experte Dieter Popp würde mit dem geplanten Center Parcs die Anzahl der Touristen nicht allzu sehr zunehmen. Er rechnet mit weniger Tagestouristen und mehr Übernachtungsgästen. Diese würden der Region nachhaltig zugutekommen und den Tagesverkehr gleichzeitig reduzieren. Allgemein arbeite Center Parcs noch an Verkehrskonzepten. In diese sollen vor allem der Pfofelder Gemeindeteil Thannhausen und Pleinfelder Ortsteil Ramsberg eingebunden werden, da hier laut Untersuchungen der meiste Verkehr entstehen würde.

Anwohner bei Arbeitsplätzen bevorzugt

Ebenfalls viel nachgefragt wurde das Thema Arbeitsplätze: Center Parcs plant auf dem Muna-Areal rund 800 Ferienhäuser und will 550 Arbeitsplätze schaffen. Dafür sollen Menschen aus der Region bevorzugt werden, so der Projektverantwortliche Jan Janssen. Allgemein wolle man die Region und die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger am Brombachsee miteinbringen und freue sich über jeden Austausch. Auch die einzelnen Planungsschritte wolle man transparent halten und die Vorschläge aus der Region einbinden, so Jannsen.

Ratsbegehren am 30. Mai

Jan Janssen erwähnte auch die zahlreichen Angriffe der Center Parcs-Gegner und appellierte an diese, mit den Betreibern in den Dialog zu treten. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Pfofeld beim Bürgerentscheid am 30. Mai für das Projekt stimmen. Wenn dies negativ ausfällt, würde Center Parcs von dem Projekt am Brombachsee absehen.

Sorge um Geldnöte des fränzösischen Mutterkonzerns Pierre & Vacances wurden ausgeräumt. Janssen sprach hier von neuen Mitteln für Center Parcs, die das Projekt finanziell absichern würden.

Gesprächsrunde im Bezirksausschuss

Heute wird im Bezirksausschuss ebenfalls über das Thema Center Parcs am Brombachsee diskutiert. Als einziger Punkt der öffentlichen Tagesordnung sind Reden von Gegnern und Befürwortern des Feriendorfes geplant. Darunter sind neben Center Parcs Verantwortlichen auch die Bürgerinitiativen gegen den Park und die jeweiligen Zweckverbände der Seen im Fränkischen Seenland sowie Naturschutz- und Umweltverbände.

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