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Der synthetische Kraftstoff OME könnte eine Alternative zum Dieselkraftstoff sein und damit zur Klimarettung und der Senkung von CO2-Emissionen beitragen. In Straubing steht die erste Anlage Europas, die kontinuierlich OME produzieren kann.

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Campus Straubing: Synthetischer Kraftstoff als Klimaretter?

Der synthetische Kraftstoff OME könnte eine Alternative zum Dieselkraftstoff sein und damit zur Klimarettung und der Senkung von CO2-Emissionen beitragen. In Straubing steht die erste Anlage Europas, die kontinuierlich OME produzieren kann.

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Von
  • Sarah Beham
  • BR24 Redaktion

Autoabgase und CO2-Emmissionen lassen sich reduzieren: mit synthetischen Kraftstoffen wie OME. Eine Alternative zum Dieselkraftstoff. Um Komponenten für das ungiftige OME herzustellen, gibt es jetzt eine Demonstrationsanlage am Campus Straubing. Die Anlage ist die erste in Europa, die kontinuierlich OME produzieren kann.

OME als Alternative zum Dieselkraftstoff

Wenn viele Länder ihre Ausstöße des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) nicht drastisch reduzieren, wird die Erderwärmung mit ihren verheerenden Folgen nicht aufzuhalten sein. Davon gehen viele Wissenschaftler aus. Vor allem im Verkehr lässt sich aber CO2 einsparen, das bei der Verbrennung der fossilen Kraftstoffe entsteht. Eine Alternative zum fossilen Dieselkraftstoff ist Oxymethylenether (OME) auf nachhaltiger Rohstoffbasis.

Demonstrationsanlage in Straubing

Um Komponenten für das ungiftige OME herzustellen, hat Jakob Burger, der Leiter der Professur für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik, eine Demonstrationsanlage am Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit der Technischen Universität München (TUM) errichtet. Burger sagt, der Kraftstoff OME verbrennt sehr sauber.

"Diese ganze Abgasproblematik, die hätten wir gar nicht mit OME. Zum Beispiel kann ich den Kraftstoff auch aus biogenen Rohstoffen herstellen oder aus CO2 und der Hinzunahme von Wasserstoff, damit wird es ein klimafreundlicher Kraftstoff, weil er keine fossilen Rohstoffe braucht." Professor Jakob Burger

Deutlich weniger Treibhausgase und abbaubar

Der Bau der Anlage ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2019 gestarteten Projekts "Nachhaltige Mobilität durch synthetische Kraftstoffe". OME gilt als ein besonderer Treibstoff: Er unterscheidet sich in seiner chemischen Struktur von herkömmlichen erdölbasierten Kraftstoffen durch integrierten Sauerstoff. OME verbrennt dadurch praktisch rußfrei und somit extrem schadstoffarm. Zudem ist OME biologisch abbaubar und lässt sich aus einer beliebigen Kohlenstoffquelle herstellen. "Das bringt vor allem was in Stadtgebieten, wo Busse fahren, wo Schiffe auf Flüssen fahren, wo man Abgase hat, die von Motoren ausgestoßen werden", so Burger.

Wasser als einziges Nebenprodukt

Die Anlage ist die erste in Europa, die kontinuierlich OME produzieren kann, wie es heißt. Sie besteht aus drei Teilen: einem Reaktor zur OME-Synthese, einem rund zehn Meter hohen Destillationsmodul, das OME abtrennt und reinigt, sowie einer Membraneinheit, um Wasser auszuschleusen. Wasser entsteht als einziges Nebenprodukt im Prozess.

Alle Anlagenteile sind nun aufgebaut, die Messtechnik kalibriert. Aktuell werden noch letzte Testreihen an den Einzelmodulen durchgeführt, 2021 ist dann ein kontinuierlicher Dauerbetrieb der Gesamtanlage geplant.

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