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Callcenter-Betrüger arbeiten mit neuer perfider Masche | BR24

© dpa/pa, Jan-Philipp Strobel

Mitarbeiter Callcenter

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    Callcenter-Betrüger arbeiten mit neuer perfider Masche

    Eine neue betrügerische Art des Gewinnspielverkaufs haben angebliche Callcenter-Mitarbeiter bei einem Senior aus Nürnberg versucht. Sie haben verschiedene Telefonanrufe zusammengeschnitten und daraus eine Bestellung gemacht.

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    Erst riefen mutmaßliche Callcenter-Betrüger einen Nürnberger Senior monatelang immer wieder an und versuchten ihm ein Gewinnspielabo aufzuschwatzen. Als er darauf nicht einging, schnitten die Tatverdächtigen aus heimlich angefertigten Aufnahmen der Telefonate einen ganz anderen Gesprächsverlauf zusammen.

    Monatelange Belästigung durch Telefonanrufe

    Bereits im vergangenem Sommer wurde der 79-jährige durch unerwünschte Anrufe aufgefordert, an einem Gewinnspiel teilzunehmen und ein Abo für eine Lotterie abzuschließen. Bis zum Frühjahr 2020 gingen immer wieder solche Telefonate bei dem Mann ein. Der Senior lehnte das Angebot durchgängig vehement ab. Statt den Willen des 79-Jährigen zu akzeptieren, sandte die angebliche Firma ihm einen Brief zu. Die Adresse des Mannes hatten die Anrufer im Verlauf der Gespräche in Erfahrung gebracht.

    In dem Schreiben teilten sie dem Mann mit, dass er sich zur Teilnahme an einer "Tipprente" registriert hätte. Nun würde ein monatlicher Mitgliedsbeitrag in Höhe von 69 Euro von seinem Konto abgezogen. Der Senior schaltete einen Anwalt ein. Die Täter übersandten dem Rechtsbeistand daraufhin einen angeblichen Telefonmitschnitt, der die Bestellung bestätigte.

    Telefonanrufe einfach zusammengeschnitten

    Tatsächlich wurde jedoch das Gespräch aus verschiedenen Telefoninhalten zusammengeschnitten, dies bestätigte eine Analyse der Polizei. Die mutmaßlichen Betrüger hatten dabei Inhalte der Telefonate mit eigenen Aufnahmen zusammengefügt, so dass ein vermeintlicher Aboabschluss simuliert wurde. Unter anderem verwendeten sie dazu seine Antwort mit "Ja" auf ganz andere Fragen.

    Der 79-Jährige hat Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungen ergaben Hinweise, dass die Täter aus Callcentern im Ausland agieren und nicht nur in Nürnberg tätig sind.

    Achtung bei unbekannten Nummern

    Die Polizei rät deshalb zur besonderen Vorsicht. Sie rät:

    • Gehen Sie nicht auf Telefonate ein, die Sie ungewollt erhalten.
    • Lassen Sie sich nicht zu telefonischen Geschäftsabschlüssen drängen, die Sie weder wollen noch brauchen.
    • Melden Sie sich am Telefon nicht mit dem Wort "Ja" und antworten Sie auf Fragen unbekannter Anrufer wie "Hören Sie mich?" nicht mit "Ja", sondern besser mit "ich höre sie".
    • Sprechen Sie mit Angehörigen über Gefahren durch betrügerische Telefonanrufe.
    • Nutzen Sie die Möglichkeiten Ihrer Telefonanlage oder Ihres Telefonanbieters zum Sperren unliebsamer Anrufe (z.B. Verhinderung von Telefonaten aus dem Ausland).
    • Erstatten Sie Strafanzeige, wenn Sie durch betrügerische Anrufe geschädigt wurden.

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