BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Caiuby-Prozess: Anklage fordert Haft auf Bewährung | BR24

© Veronika Scheidl/BR

Hat FCA-Fußballprofi wirklich eine Körperverletzung begangen? Ein Urteil will das Augsburger Amtsgericht erst übernächsten Freitag sprechen. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft zehn Monate Haft auf Bewährung und eine hohe Geldstrafe.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Caiuby-Prozess: Anklage fordert Haft auf Bewährung

Hat FCA-Fußballprofi wirklich eine Körperverletzung begangen? Ein Urteil will das Augsburger Amtsgericht erst nächsten Freitag sprechen. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft zehn Monate Haft auf Bewährung und eine hohe Geldstrafe.

Per Mail sharen
Teilen

Der 31 Jahre alte Caiuby muss sich vor Gericht verantworten, weil er im Mai vergangenen Jahres in der Augsburger Innenstadt einen Mann erheblich verletzt haben soll. Es geht um einen Kopfstoß, durch den der Mann mehrere Tage lang arbeitsunfähig gewesen sein soll.

Bewährungsstrafe gefordert

Der Staatsanwalt plädiert auf eine Freiheitstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro. Denn er sei nach den Zeugenaussagen vor Gericht weiterhin der Überzeugung, dass Caiuby schuldig ist und im Mai vergangenen Jahres in der Augsburger Innenstadt einen Mann mit einem Kopfstoß gegen das Gesicht erheblich verletzt hat.

Beweise reichen für Staatsanwalt

Der Geschädigte habe die Tat ganz klar geschildert, es sei ihm nicht um Geltungsdrang oder Aufmerksamkeit gegangen, eine berühmte Person anzuzeigen, sondern darum, einem Straftäter seine gerechte Strafe zu geben.

Ein Freund des Geschädigten habe den Vorfall bestätigt, auch zwei Türsteher hätten klar und eindeutig gesagt, dass es Caiuby war, der dem Mann den Kopfstoß verpasst hat.

Verteidiger fordert Freispruch

Caiubys Verteidiger Fabian Krötz pochte vehement auf einen Freispruch seines Mandanten. Die ausführliche Beweisaufnahme habe keinen Tatnachweis ergeben, sondern vielmehr seine Unschuld bewiesen. Die Belastungszeugen hätten sich in erhebliche Widersprüche zum Tatgeschehen und zum Tatort verstrickt. Zudem habe sich ein Freund Caiubys vor Gericht selbst belastet und den Kopfstoß zugegeben. Die Staatsanwaltschaft fand dies aber nicht glaubwürdig.

Auch FCA-Manager Reuter glaubt an Unschuld

Reuter sagte als Zeuge vor Gericht, es habe nach dem Vorfall ein gemeinsames Gespräch zwischen Reuter, Caiuby, dem Geschädigten und dessen Anwalt gegeben, um die Sache zu klären. In diesem Gespräch sei dann vom Anwalt die Idee eines Täter-Opfer-Ausgleichs gekommen. Es habe aber laut Reuter keine verbindlichen Absprachen gegeben. Direkt nach diesem Termin habe Caiuby ganz klar zu Reuter gesagt, dass er unschuldig sei und er deswegen auch nichts zahlen wolle.

"Caiuby meinte, es täte ihm zwar leid, wenn dem Mann etwas passiert ist, aber er habe damit nichts zu tun." FCA-Manager Stefan Reuter. Der Manager bekräftigte, dass er Caiuby glaube.

Auch Caiuby ergreift das Wort

Caiuby äußerte sich zum Schluss vor Gericht und erklärte auf Deutsch, dass er unschuldig sei und sich unfair behandelt fühle. Für Caiuby ist es nicht der erste Kontakt mit der deutschen Justiz: In den Strafbefehl hatte das Gericht eine frühere Strafe über 22.500 Euro einbezogen, die dem Sportler wegen Schwarzfahrens auferlegt wurde.

Vom Training freigestellt

Caiuby steht beim FC Augsburg zwar noch bis Sommer kommenden Jahres unter Vertrag, ist aber freigestellt und wird auch nicht mehr vom FCA bezahlt. Zum Trainingsbeginn war er mehrfach nicht in Augsburg erschienen.

Eine Ausleihe an den Schweizer Verein Grasshoppers Zürich war mit dem Saisonende ausgelaufen. In den vergangenen Jahren hatte der Brasilianer bei Wolfsburg, Duisburg und Ingolstadt gespielt und seit 2014 für den FCA 100 Spiele absolviert.