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Bystron und die Neonazis | BR24

© Michael Trammer

Der Vorsitzende der AfD Bayern, Petr Bystron

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    Bystron und die Neonazis

    Er gilt als gemäßigter Politiker: Bayerns AfD-Chef Petr Bystron. Er unterhält aber offenbar Kontakte zu Neonazis. Mit zwei militanten Rechtsextremisten versuchte er, in eine Anti-AfD-Veranstaltung zu gelangen. Von Jürgen P. Lang und Thies Marsen.

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    Die drei und zwei weitere Männer wollten in das Eine-Welt-Haus in München gelangen, wo Robert Andreasch, ein Kenner der rechtsextremen Szene im Freistaat, gerade einen Vortrag zur bayerischen AfD hielt. Als nach einem Anruf des Veranstalters die Polizei anrückte, zog die Gruppe ab.

    Nähe zu Gewalt

    Die beiden Rechtsextremisten, Lukas Bals und Rick W., sind keine unbeschriebenen Blätter. Erstgenannter stammt aus Nordrhein-Westfalen und war bei der neonazistischen Organisation "Die Rechte" aktiv.
    W. wiederum griff laut Andreasch Medienvertreter bei AfD-Veranstaltungen in Geretsried und München körperlich an. W. ist Mitglied des "Bündnis deutscher Patrioten" (BDP), das auf seiner Facebook-Seite massiv gegen Flüchtlinge hetzt. Dort wird allen Ernstes diskutiert, wie man Migranten in Münchner Freibädern umbringen könnte – mit Strom im Becken oder mit Zyklon B, der Chemikalie, mit der die Nationalsozialisten Juden in Auschwitz ermordeten. Um Bystron hat sich offensichtlich eine Schlägertruppe geschart. Dass Bystron vorhatte, dem "Hetzvortrag" der "linken Lügner" einen Besuch abzustatten, kündigte er im Internet an: "Könnte amüsant werden. Wer kommt mit?", fragte er angriffslustig auf Facebook.

    Bayerischer Verfassungsschutz beobachtet AfD nicht

    Die bayerische AfD ist bislang von einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz verschont geblieben. "Unter dem Strich gibt es aber noch keine hinreichenden Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen des bayerischen Landesverbandes", sagte Verfassungsschutz-Sprecher Schäfert gegenüber BR24. Die Indizien sprechen freilich eine andere Sprache.