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Bunker in Mellrichstadt: Zwei Toiletten für 50 Menschen | BR24

© BR / Nathalie Bachmann

Im unterfränkischen Mellrichstadt steht ein komplett eingerichteter Bunker aus der Zeit des Kalten Krieges. In diesem hätten 50 Personen Schutz suchen können - die geplante Unterbringung aber war alles andere als luxuriös.

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Bunker in Mellrichstadt: Zwei Toiletten für 50 Menschen

Im Fall des Falles hätten 50 Menschen zwischen Betonmauern auf kleinstem Raum im Bunker unter der ehemaligen Hainbergskaserne ausgeharrt. Wie wäre die Situation für die Menschen gewesen? BR-Reporterin Nathalie Bachmann schaut sich das an.

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Im Kalten Krieg dienten die Bunker im Norden von Unterfranken zum Schutz der Bevölkerung in Mellrichstadt. Tief unter der Hainbergkaserne wurden in den 1960er Jahren Bunker für 3.200 Kinder, Frauen und Männer gebaut. Damit sie im Fall des Falles in Sicherheit sind und auch eine Atom-Bombe mit der Sprengkraft von Nagasaki überleben. Doch wie hätte das Leben im Bunker sich angefühlt? BR-Reporterin Nathalie Bachmann geht dem auf die Spur.

Leben auf kleinstem Raum

Der Bunker unter der Hainbergskaserne hat Platz für ungefähr 50 Personen. Die Ausstattung ist sehr einfach und alles andere als luxuriös. Es gibt zwei kleine Räume; einen Wachraum und einen Ruheraum. Der Ruheraum ist voll mit mehrstöckigen Feldbetten; hier zur Ruhe zu kommen, wenn Menschen unter und über einem liegen, stellt sich Nathalie Bachmann schwierig vor. Auch im Wachraum sitzt man eng beieinander, Bein an Bein um genau zu sein. Insgesamt haben die Räume Platz für 25 Menschen. Beim Ausstatten der Räume wurde an alle Szenarien gedacht. Aus diesem Grund sind auch Leichensäcke im Bunker gelagert. Die geplante Unterbringung in den Bunkern war auf das Nötigste beschränkt. Zwei Toiletten sollten für die rund 50 Schutzsuchenden ausreichen. Viel Zeit für das Geschäft bleibt dort nicht. Duschen gibt es auch keine.

Abgeschnitten von der Außenwelt

Kontakt zur Außenwelt gibt es nur über ein handbetriebendes Feldtelefon. Der einzige Kontakt nach draußen wäre die Notvermittlung gewesen. Auch das Getränkeangebot ist der Notlage geschuldet sehr dürftig - Wasser aus Bundeswehrkanistern. Angenehm warm ist es im Bunker ebenfalls nicht, die Temperatur liegt das ganze Jahr bei unter 20 Grad und dementsprechend kühl.

Größte Angst vor Giftgasangriffen

Der Bunker liegt tief unter der Erde, um vor den möglicherweise lauernden Gefahren an der Oberfläche zu schützen. Eine der größten Ängste waren damals die Giftgasangriffe. Für diesem Fall haben die Menschen vorgesorgt. Es gibt nämlich keine Frischluftzufuhr in den Bunker. Die komplette Sauerstoffversorgung wäre über eine Schutzbelüftungsanlage geregelt worden. Um dieses Risiko auszuschließen, hätten die Leute aber die ohrenbetäubende Belüftungsanlage ertragen müssen und wären im Ruheraum wohl kaum zu Schlaf gekommen.