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Bundesweite Corona-Regeln: Was gilt jetzt für Bayern? | BR24

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Die Kanzlerin hat mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten, ob es in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkungen geben soll. Ergebnis der Videokonferenz am Nachmittag: eine Art Kontaktverbot, erst einmal befristet auf zwei Wochen.

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Bundesweite Corona-Regeln: Was gilt jetzt für Bayern?

Angela Merkel hat bundesweite Beschränkungen des öffentlichen Lebens verkündet. Auf diese hatte sie sich zuvor mit den Ministerpräsidenten geeinigt. Die Regeln decken sich weitgehend mit den bayerischen Vorgaben – doch es gibt Unterschiede.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich mit den Ministerpräsidenten auf umfangreiche Beschränkungen des öffentlichen Lebens geeinigt, die deutschlandweit gelten sollen. Bisher hatten lediglich einzelne Bundesländer wie auch Bayern solche Ausgangsbeschränkungen eingeführt.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Mindestabstand einhalten

Grundlegendes Ziel der Maßnahmen ist laut Merkel, das öffentliche Leben soweit wie möglich zu reduzieren. Diese Eingriffe in das Verhalten der Bevölkerung seien aktuell die einzige Möglichkeit, die Ausbreitung des Coronavirus zumindest zu verlangsamen. Einen Impfstoff oder Medikamente gebe es schließlich noch nicht. Sie verstehe, dass dies für alle Verzicht und Opfer bedeute.

Konkret wird in Deutschland künftig ein Mindestabstand zwischen Personen im öffentlichen Raum angemahnt. Mindestens 1,5, besser aber zwei Meter Abstand soll jeder in der Öffentlichkeit zu Menschen halten, die nicht im eigenen Haushalt leben. Zudem werden Körperpflegeeinrichtungen wie Friseure und Nagelstudios ebenso geschlossen wie Gastronomiebetriebe, die jedoch noch liefern oder Essen zum Mitnehmen anbieten dürfen.

Spaziergang erlaubt, Partys verboten

Partys sind sowohl im öffentlichen Raum als auch in Wohnungen oder anderen privaten Räumlichkeiten ausdrücklich verboten. Alle Betriebe, die weiter geöffnet bleiben, sollen ihre Mitarbeiter und Besucher schützen und Hygienestandards einhalten.

Weiterhin erlaubt ist, zur Arbeit zu fahren. Auch der Weg zum Einkaufen, Arztterminen, Notfallbetreuungsstätten, "erforderlichen Terminen und Prüfungen", zur Hilfe anderer oder aber zum Sport oder Spazierengehen ist weiterhin im Rahmen des Erlaubten. Es gibt folglich keine Ausgangssperre, sondern eine Ausgangsbeschränkung.

Wichtig ist jedoch, dass solche Tätigkeiten wie etwa Sport oder Spaziergänge in der Öffentlichkeit möglichst ohne soziale Kontakte stattfinden. So ist es laut den Leitlinien von Bund und Ländern nur erlaubt, mit maximal einer weiteren Person (beziehungsweise mit den Personen aus dem eigenen Haushalt), öffentlich in Kontakt zu treten. Anders gesagt: Mit den Personen, mit denen Sie ohnehin zusammenleben, dürfen Sie auch öffentlich rausgehen. Ansonsten ist nur eine weitere Person, die nicht zum Haushalt gehört, gestattet.

Bayern: Keine weitere Person erlaubt

Vor allem letztere Regelung, die Kontakt zu genau einer Person erlaubt, mit der man nicht zusammenlebt, dürfte der grundlegende Unterschied zur Regelung in Bayern sein. In Bayern darf man sich in der Öffentlichkeit nur alleine oder aber mit Personen aus dem eigenen Haushalt bewegen. Bayern wird diese Regelung auch weiterhin beibehalten, wie ein Sprecher der Staatskanzlei angab. In Bayern dürfen die Menschen folglich weiterhin nur alleine oder mit ihren Mitbewohnern, seien es nun Angehörige oder WG-Kollegen, in die Öffentlichkeit. Nicht aber zum Beispiel mit einem Freund.

Großzügiger ist in Bayern allerdings der öffentliche Umgang mit Familienangehörigen geregelt. So darf man laut der Staatskanzlei etwa Großeltern in der Öffentlichkeit begleiten, auch wenn diese nicht im gleichen Haushalt leben. (Anmerkung der Redaktion: Da gerade ältere Menschen zur Risikogruppe gehören, die besonders vom Coronavirus betroffen sind, sollten gerade sie jedoch soziale Kontakte so weit wie möglich einschränken.)

Die sonstigen neuen Regeln von Bund und Ländern decken sich weitgehend mit den bayerischen Vorgaben: Restaurants, Friseure und Co. sind auch in Bayern bereits geschlossen, bestimmte notwendige Wege wie etwa der zur Arbeit auch in Bayern weiterhin erlaubt. Ebenso empfiehlt auch die bayerische Regierung einen Mindestabstand in der Öffentlichkeit. Dieser wird in der Bund-Länder-Vorlage nun jedoch auf möglichst zwei Meter konkretisiert – wenn auch mit der Einschränkung "wo immer möglich".

Bayern etwas schärfer

Allgemein sind die Regelungen in Bayern allerdings etwas schärfer gefasst: So betont etwa die Polizei München, dass der Weg zu Arbeit, Arzt, Einkauf oder zu Hilfeleistungen erlaubt ist, von Prüfungen oder "erforderlichen Terminen" ist nicht die Rede. Zudem wurden in Bayern neben Friseursalons und Restaurants auch Baumärkte geschlossen.

In Bayern wird aktuell bereits flächendeckend die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung kontrolliert. Bisher wird sie laut den Behörden weitgehend eingehalten. Nur einzelne Verstöße wurden gemeldet.

Auch der Kanzlerin ist es mit den aktuellen bundesweiten Vorgaben ernst. In Berlin betonte sie: "Das sind nicht irgendwelche Empfehlungen, das sind Regeln." Wer dagegen verstoße, müsse mit Strafen rechnen. Die Regeln gelten zunächst für zwei Wochen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt, die zusammen mit den Ministerpräsidenten beschlossenen Einschränkungen der öffentlichen Kontakte seien Regeln, es seien keine Empfehlungen. Die Polizei werde auf ihre Einhaltng achten.

💡 Die bundesweiten Maßnahmen auf einen Blick:

1. Soziale Kontakte auf Minimum reduzieren. Am besten hauptsächlich Kontakt zu Menschen, mit denen Sie sowieso zusammenleben (Familie, Partner, Mitbewohner).

2. In der Öffentlichkeit Abstand halten. Am besten 1,5 Meter zu nächsten Person, besser noch 2 Meter.

3. In der Öffentlichkeit keine Gruppen bilden. Sie sollten öffentlich nur allein, mit ihren Mitbewohnern (egal, ob das Partner, Kinder oder WG-Kollegen sind) und/oder maximal einer weiteren Person, mit der Sie nicht zusammenleben, unterwegs sein. Achtung: Die bayerische Regelung ist hier härter: Hier sollten Sie nur alleine oder mit Mitbewohnern unterwegs sein.

4. Notwendige Wege sind weiter möglich. Wer zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen, zum Spazierengehen oder zu anderen wirklich nötigen Terminen muss, darf das weiter tun. Achtung: In Bayern gelten vor allem Arztbesuche, Einkaufen, Hilfeleistungen und Arbeit als triftige Gründe.

5. Partys sind verboten. Sowohl öffentliche Feiern als auch private Feste in Wohnungen oder anderen privaten Räumlichkeiten werden untersagt.

6. Restaurants müssen schließen. Gastronomiebetriebe dürfen bis erst einmal nur liefern oder Essen zur Abholung anbieten, keine Gasträume betrieben.

7. Friseure und Co. müssen schließen. Betriebe zur Körperpflege, die menschlichen Kontakt benötigen, werden vorerst nicht mehr öffnen. Dazu zählen Friseure, Nagelstudios, Tattoo-Studios, Kosmetiksalons oder Massagepraxen.

8. Firmen müssen Mitarbeiter und Kunden schützen. Betriebe, die noch geöffnet sind, müssen für den Schutz von Mitarbeitern und Besuchern sorgen und Hygienevorschriften einhalten.

9. Die Maßnahmen gelten für mindestens zwei Wochen.

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