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Bundeswehr-Labor in München erforscht Corona-Mutanten | BR24

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Die Mutanten des Coronavirus sorgen für große Verunsicherung. Um mehr über sie zu erfahren, setzt die Regierung auch auf das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer informierte sich heute vor Ort.

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Bundeswehr-Labor in München erforscht Corona-Mutanten

Bei ihrem Besuch in einem Münchner Bundeswehr-Labor, hat sich Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer über die Erforschung des Coronavirus und dessen Mutationen informiert. Die neuen Erkenntnisse seien Grundlage für politische Entscheidungen.

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Von
  • Katharina Pfadenhauer

Die Verteidigungsministerin will sich selbst ein Bild machen von der Erforschung der Corona-Mutationen. Diese werden am mikrobiologischen Labor der Bundeswehr in München analysiert. Die Erkenntnisse spielten eine wesentliche Rolle bei politischen Entscheidungen, so die Ministerin - beispielsweise dabei welche Maßnahmen in Bezug auf das Pandemiegeschehen getroffen würden.

Labor erforscht Corona-Mutanten

Am mikrobiologischen Labor der Bundeswehr war vor gut einem Jahr der bundesweit erste Corona-Fall nachgewiesen worden. Hier konnte auch als erstes die britische Mutation "angezüchtet" werden. Das sei wichtig, um sie anschließend genau untersuchen zu können. "Für mich war das heute ein besonderer Vormittag" sagte die Ministerin nach ihrem Besuch.

"All die wichtigen Erkenntnisse, die wir im Zusammenhang mit Corona in Deutschland im letzten Jahr erfahren haben, sind hier mit erforscht worden." Von der britischen Mutante wisse man bereits, dass sie ansteckender sei. In den kommenden Wochen sei es wichtig herauszufinden, wie die Mutationen auf die Impfstoffe reagieren.

Spike-Proteine entscheidend für Ansteckung

Seit vergangenem Jahr untersuche man am mikrobiologischen Labor der Bundeswehr die genetischen Veränderungen der Coronaviren. Dass sich Viren verändern und an Impfstoffe anpassen, sei völlig normal, sagt der Institutsleiter, Oberstarzt Dr. Roman Wölfel. Vor allem gehe es hierbei um Veränderungen der Spike-Proteine, über die die Viren in die menschlichen Zellen eindringen können.

Im Sinne des Schlüssel-Schloss-Prinzips würden die Viren mithilfe der Spike-Mutationen einen immer besseren Schlüssel entwickeln, mit denen sie das Schloss zur Zelle aufsperren könnten, erklärt Wölfel. "Mit besseren oder auch mehreren Schlüsseln kommt das Virus besser in die Zelle rein."

Auswirkung auf Impfstoffe wird untersucht

Inwiefern sich diese Mutationen auf die Impfstoffe auswirken, wird derzeit ebenfalls an dem Institut untersucht. Veränderungen der Spike-Proteine seien ein erster Hinweis darauf, dass sich möglicherweise auch die Infektiosität der Viren verändere.

"Was wir schon sagen können, ist, dass Menschen, die eine Coronavirus-Infektion überstanden haben oder mit den mRNA-Impfstoffen geimpft worden sind, weiterhin auch gegen diese britische Virusvariante einen ausreichenden Schutz haben dürften", so Wölfel. Ob das auch für die brasilianische und südafrikanische Mutation gilt, wird derzeit getestet.

Kramp-Karrenbauer: Bundeswehr zentral bei Forschung und Amtshilfe

Bei ihrem Besuch in München betonte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dass die Bundeswehr nicht nur an der wissenschaftlichen Erforschung maßgeblich beteiligt sei, sondern auch bei der zivilen Gesundheitsversorgung.

Man konzentriere sich dabei zwar auf Deutschland, so Kramp-Karrenbauer, wolle aber auch international Amtshilfe leisten, wo diese benötigt werde, wie aktuell beispielsweise in Portugal. Mit Blick auf Corona sei die Bundeswehr "ein ganz wichtiges Rückgrat" bei der gesundheitlichen Versorgung der Patientinnen und Patienten.

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