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Bundeswehr könnte in Bayern den Borkenkäfer bekämpfen | BR24

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Das Landeskommando Bayern der Bundeswehr kann sich einen Einsatz von Soldaten in den bayerischen Wäldern zur Bekämpfung der Borkenkäferplage vorstellen. Dazu wäre lediglich ein Antrag des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums auf Amtshilfe nötig.

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Bundeswehr könnte in Bayern den Borkenkäfer bekämpfen

Das Landeskommando Bayern der Bundeswehr kann sich einen Einsatz von Soldaten in den bayerischen Wäldern zur Bekämpfung der Borkenkäferplage vorstellen. Dazu wäre lediglich ein Antrag des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums auf Amtshilfe nötig.

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Wie Oberstleutnant Spiering dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage erklärte, sei in Bayern der Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Kampf gegen den Borkenkäfer denkbar. Wenn das Bayerische Landwirtschaftsministeriums einen Antrag auf Amtshilfe stellen würde, könnte im Anschluss in präzisen Fachgesprächen der Bedarf und die Möglichkeiten der Bundeswehr geklärt werden. Der Ablauf sei mit der Waldbrandbekämpfung in Norddeutschland oder dem Schneeräumen von Dächern im Winter vergleichbar, sagte der Offizier dem Bayerischen Rundfunk.

Bergepanzer gegen Borkenkäfer

Laut Oberstleutnant Spiering könnten etwa Bergepanzer vom Typ "Biber" Schneisen in den Wald ziehen und Stämme herausschaffen. In erster Linie biete die Bundeswehr "Manpower" an. Versierte Soldaten könnten mit Rindenschälern bei der Entrindung mithelfen, Schälmesser und andere Werkzeuge würden in der Regel die Forstverwaltungen zur Verfügung stellen.

Bayerisches Forstministerium will vorerst abwarten

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten habe bisher einen Bundeswehreinsatz zur Borkenkäferbekämpfung in Bayern nicht in Erwägung gezogen, wie Sprecher Peter Issig dem Bayerischen Rundfunk mitteilte. Allerdings müsse man abwarten, wie sich die Lage weiter entwickle. Voraussichtlich werde das Thema beim nächsten turnusmäßigen Borkenkäfergespräch mit den Wald- und Grundbesitzerverbänden angesprochen, so Issig.

Bayerische Waldbesitzer klagen über große Schäden

Während von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bereits Anträge gestellt sind, rechnet der Oberstleutnant nicht damit, dass aus Bayern eine kurzfristige Anfrage kommt. Die Schäden in Norddeutschland seien gravierender. Doch auch in Bayern klagen Waldbesitzer über ein Schadensausmaß wie selten und appellieren an die Politik um Hilfe. Für Ostbayern meldet die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft eine großflächige Gefährdungsstufe mit akutem Befall.

"Manpower"-Hilfe der Bundeswehr wünschenswert

Hans Ludwig Körner, Geschäftsführer des Verbandes Bayerischer Waldbesitzer, begrüßt diese Idee, denn viele bayerische Waldbesitzer seien wegen des Schädlingsbefalls und der damit verbundenen Waldarbeiten "am Ende ihrer Kräfte". "Manpower"-Hilfe auf der Fläche wäre sinnvoll, um schnell die Schäden durch den Borkenkäfer in der Fläche beheben zu können, so Körner in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat gebeten, "dass sich die Länder mit den entsprechenden Landeskommandos in Verbindung setzen, um für den Fall der Hilfenotwendigkeit die erforderlichen Maßnahmen einleiten zu können."