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Bildrechte: BR / Anke Gundelach

Seit April können junge Leute ihren freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz ableisten. Ein Pilotprojekt, das Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer ins Leben gerufen hatte. Heute informierte sie sich am Standort Wildflecken über die Ausbildung.

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Bundesverteidigungsministerin besucht angehende Heimatschützer

Im April hatten die ersten jungen Leute ihren Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz angetreten. Seit 1. Juli läuft nun ihre Spezialausbildung. Im unterfränkischen Wildflecken hat sich die Bundesverteidigungsministerin davon jetzt ein Bild gemacht.

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Von
  • Anke Gundelach

Für ihren Truppenbesuch in der Wildfleckener Rhön-Kaserne im Landkreis Bad Kissingen hatte sich Annegret Kramp-Karrenbauer jedenfalls den richtigen Tag ausgesucht. War Franken am Vortag noch im Starkregen versunken, so lachte jetzt die Sommersonne über der Rhöner Mittelgebirgslandschaft. Auch die Bundesverteidigungsministerin hatte Grund zum Strahlen, denn ihr Pilotprojekt "Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz" ist offenbar ein voller Erfolg.

Aktuell 15.000 Interessierte für den Heimatschutz-Wehrdienst

"Dein Jahr für Deutschland" lautet das Motto bei diesem neuen Ausbildungsangebot der Bundeswehr, und das Interesse ist groß. Auf rund 1.000 Plätze im Pilotjahr hatten sich 9.000 Männer und Frauen beworben, Tendenz steigend. "Wir haben eine sehr, sehr gute Bewerberlage. Wir haben zurzeit insgesamt 15.000 Interessierte, sodass wir wirklich selbst ganz überrascht sind von dem großen Interesse", so Annegret Kramp-Karrenbauer. Pro Quartal können derzeit 250 bis 300 Rekrutinnen und Rekruten aufgenommen werden.

Wildflecken ist einer von drei Spezial-Ausbildungsstützpunkten

Auf drei Monate Grundausbildung folgt eine viermonatige Spezialausbildung in Berlin, Delmenhorst oder Wildflecken. Anschließend sind noch fünf Monate Reservedienst zu leisten, verteilt auf sechs Jahre. In dieser Zeit sollen die Soldatinnen und Soldaten an Übungen teilnehmen und sich für heimatnahe Einsätze bereithalten – etwa bei Naturkatastrophen, Großschadenslagen oder Pandemien. In der Rhön-Kaserne sind aktuell 56 Heimatschutz-Wehrdienstleistende stationiert. Hier werden sie unter anderem im Umgang mit Handwaffen, im Fernmeldewesen oder im Objektschutz ausgebildet.

Hochmotivierte angehende Heimatschützer

Bei ihrem Truppenbesuch kam Annegret Kramp-Karrenbauer mit einigen der jungen Leute ins Gespräch und lobte anschließend deren hohe Motivation und Erwartungshaltung für die Zukunft. Dem müsse man später auch bei ihren Einsätzen als Reservisten Rechnung tragen. Insgesamt habe sich das neue Ausbildungsangebot der Bundeswehr sehr gut angelassen. Zwar hätten von anfangs bundesweit rund 300 Personen einige wieder aufgegeben. Etwa 60 Teilnehmer hätten aber auch bereits signalisiert, länger bei der Bundeswehr bleiben zu wollen.

Territoriale Reserve ist "unverzichtbar"

Die Bedeutung des Heimatschutzes und der Bundeswehrreservisten hob Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrem Truppenbesuch in Wildflecken noch einmal besonders hervor. Nicht erst seit der Corona-Krise wisse man, wie unverzichtbar die Reserve in nationalen Krisenlagen ist: "Die territoriale Reserve ist da im Katastrophen- und schweren Unglücksfall, bei Flut, Bränden oder Schneechaos, genauso wie bei Wach- und Sicherungsaufgaben, um zum Beispiel kritische, zivile Infrastruktur zu sichern oder militärische Einrichtungen zu bewachen. Sie ist da – auch im Ernstfall – um unser Land zu schützen und zu verteidigen."

Feierliches Zeichen für den Heimatschutz

Als sichtbares Zeichen für den Heimatschutz wurde im Rahmen eines feierlichen Appells dann noch eine Umbenennung vollzogen. Die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien der Reservisten wurden mit Wirkung zum 1. August in "Heimatschutzkompanien" umbenannt. Den Begriff selbst hatte Kramp-Karrenbauer bereits in der Vergangenheit energisch gegen kritische Stimmen verteidigt, und sie tat es in ihrer Ansprache auch jetzt wieder. Es werde Zeit, den Begriff "Heimat" wieder in die Mitte der Gesellschaft, wieder in die demokratische Mitte zu holen und nicht den Wirrköpfen und Extremisten zu überlassen, so die Bundesverteidigungsministerin.

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