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Bund Naturschutz übt massive Kritik am geplanten ICE–Werk | BR24

© BR/Roland Zimmermann

Für ein ICE-Werk im Nürnberger Stadtteil Fischbach müssten 46 Hektar Wald gerodet werden. Der Bund Naturschutz sieht das kritisch. Die Deutsche Bahn zieht nun Alternativstandorte wie ein Waldstück bei Allersberg in Betracht.

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Bund Naturschutz übt massive Kritik am geplanten ICE–Werk

Die Deutsche Bahn will ihr neues ICE–Werk in Nürnberg–Fischbach errichten. Der bevorzugte Standort liegt für die Bahn günstig, aber fast vollständig auf schützenswertem Bannwald–Gebiet. Das ruft den Bund Naturschutz auf den Plan.

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Vor einem Monat hat die Deutsche Bahn bekanntgegeben, dass sie ihr zentrales ICE-Werk für Süddeutschland in Nürnberg-Fischbach bauen will. Bis 2028 will die DB insgesamt 400 Millionen Euro an dem Standort investieren. In einer 450 Meter langen Wartungshalle sollen täglich auf sechs Gleisen bis zu 25 ICE-Züge gewartet werden. 450 Arbeitsplätze sollen so entstehen. Der Bund Naturschutz ist zwar nicht gegen den Bau eines ICE-Werks, hält den Standort aber für falsch gewählt.

Wertvolles Biotop wird durch ICE-Werk zerstört

Der BN in Nürnberg sieht das geplante ICE-Werk kritisch. Verkehrstechnisch liegt es zwar günstig, aber direkt am Bannwald. Auch ein wertvolles Biotop mitten im Wald, das der BN gepachtet hat und seit Jahren pflegt, wäre vom Bau der Anlage betroffen. Das gefleckte Knabenkraut, eine seltene Orchideenart, wächst hier. Der Bau des ICE-Werks würde dieses wertvolle Biotop zunichte machen, sagt der BN.

Ökologisch schlechtester Standort

Für Wolfgang Dötsch vom Bund Naturschutz Nürnberg ist das ICE–Werk in Nürnberg–Fischbach der ökologisch schlechteste Standort überhaupt. Bis zu 46 Hektar Wald müssten dafür gerodet werden. Dagegen wehrt sich der BN und fordert die Bahn auf, im anstehenden Raumordnungsverfahren auch alternative Standorte zu diskutieren. Bei einem Gespräch, das jüngst stattgefunden hat, habe die Bahn dem Bund Naturschutz alternative Standorte in der Region genannt, sagte Wolfgang Dötsch dem BR.

"Es sind Alternativen genannt worden, zum Beispiel in Nürnberg im Bereich des Rangierbahnhofs, es ist auch ein Alternativstandort bei Allersberg genannt, der auch im Wald liegt, es sind auch Standorte bei Baiersdorf im Gespräch." Wolfgang Dötsch, Bund Naturschutz Nürnberg

Planungsunterlagen sollen Ende November eingereicht werden

Die Bahn will Ende November die Planungsunterlagen für das neue ICE-Werk bei der dafür zuständigen Regierung von Mittelfranken einreichen. Das Raumordnungsverfahren soll im Februar oder März 2021 beginnen und der endgültigen Standortgenehmigung dienen. Dabei ist eine breite Bürgerbeteiligung möglich.

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