BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Bund Naturschutz: Nürnberger Reichswald für ICE-Werk tabu | BR24

© BR/Tina Wenzel

Der Bund Naturschutz lehnt den Bau eines ICE-Werks im Reichswald ab.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bund Naturschutz: Nürnberger Reichswald für ICE-Werk tabu

Naturschützer sprechen sich klar gegen ein ICE-Werk im Nürnberger Reichswald aus. Alle von der Bahn vorgeschlagenen Standorte seien inakzeptabel, sagt der Bund Naturschutz. Der Reichswald sei unantastbar.

3
Per Mail sharen
Von
  • Tina Wenzel

Gegen die Pläne der Bahn, ein ICE-Werk am Rande Nürnbergs zu errichten, regt sich seit Wochen massiver Widerstand. Stein des Anstoßes ist der Standort: Die Bahn möchte gerne im Reichswald bauen und untersucht mögliche Standorte. Auch der Bund Naturschutz hat sich klar gegen ein ICE-Werk im Nürnberger Reichswald ausgesprochen. Der Reichswald sei tabu, betonte Martin Geilhufe, der Landesbeauftragte des BN erneut bei einem Ortstermin.

BN will sich mit den Bürgern vor den Wald stellen

Aus Sicht von Martin Geilhufe spricht vieles gegen die von der Bahn genannten Standorte. Sie befänden sich alle im europäischen Vogelschutzgebiet und im geschützten Bannwald. "Diese Standorte sind für uns alle inakzeptabel", so der Landesbeauftragte des BN. Der BN werde sich zusammen mit den örtlichen Bürgerinitiativen schützend vor den Wald stellen, kündigte Geilhufe an. Statt im Reichswald zu roden, solle die Bahn lieber Alternativstandorte im gesamten süddeutschen Raum suchen. Dabei sollten auch brachliegende Bahnflächen und Industriebrachen wie in Oberfranken und der Oberpfalz in die Überlegungen einbezogen werden.

Standorte liegen im Vogelschutzgebiet und im geschützten Reichswald

Vier der sieben Standorte, die die Bahn vorschlägt, liegen im Reichswald – es handelt sich dabei um Flächen zwischen Nürnberger Stadtteilen Altenfurt und Fischbach sowie um Flächen bei Allersberg, die ehemalige Munitionsanstalt Feucht und eine Fläche südlich davon. Aber auch die anderen drei Vorschläge stellen aus Sicht des BN keine echten Alternative dar. Der Standort bei Burgfarrnbach sei voraussichtlich nicht groß genug, und ein weiterer Standort bei Baiersdorf läge im Weißstorch-Nahrungsgebiet des Regnitztales. Der von der DB vorgeschlagene Standort im Rangierbahnhof südwestlich des bestehenden ICE-Werks an der Ingoldstädter Straße sehe auf den ersten Blick wie die beste Alternative aus. Allerdings sei das Gelände durch einen weltweit tätigen Bahnzulieferer belegt, so der BN.

Deutsche Bahn will 400 Millionen Euro in ICE-Werk investieren

Die Deutsche Bahn will rund 400 Millionen Euro in das Nürnberger ICE-Werk investieren und 450 neue Arbeitsplätze schaffen. Jeden Tag sollen bis zu 25 ICE-Züge in dem Werk gewartet und repariert werden. Die Bahn benötigt dafür ein rund 460.000 Quadratmeter großes Grundstück. Im Mittelpunkt wird eine rund 480 Meter lange Halle stehen. Bis Herbst will die Bahn die Prüfungen der Standorte für das Raumordnungsverfahren abschließen. Dann ist die Regierung von Mittelfranken am Zug, die Standorte zu bewerten. Im Zuge des Raumordnungsverfahrens werden auch Bürgerinitiativen und der BN gehört.

© BR

Die Bahn möchte 2028 mit einem CO2-neutralen ICE-Instandhaltungs-Werk in Nürnberg in Betrieb gehen. Anwohner und Naturschützer wehren sich gegen den geplanten Bau.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!