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Bund Naturschutz kritisiert Bauprojekt in Röhrnbach | BR24

© Peter Mayer

Das umstrittene Baugebiet in Röhrnbach

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    Bund Naturschutz kritisiert Bauprojekt in Röhrnbach

    Der Bund Naturschutz spricht von Flächenfraß und Versagen der Politik - er kritisiert ein Bauprojekt in der Gemeinde Röhrnbach (Lkr. Freyung-Grafenau). Es geht um ein etwa vier Hektar großes Areal, auf dem ein Logistikzentrum entstehen soll.

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    Das Sondergebiet "Fahrzeug- und Transportlogistik" im Ortsteil Praßreut-Winkeltrumm sei ein besonders krasser Fall von Flächenfraß und Versagen von Politik und Verwaltung, schreibt der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner in einer Pressemitteilung.

    Mergner spricht von einer Verschandelung der Landschaft, die mit dem Vorgaben des Naturparks nicht zu vereinbaren sei. Peter Mayer von der BN-Kreisgruppe Freyung-Grafenau hofft, dass das Gewerbegebiet noch gestoppt werden kann.

    "Wenn dieses Vorhaben realisiert werden sollte, befürchten wir eine negative Präzedenzwirkung für den Naturpark und den Landschaftsschutz im Bayerischen Wald." Peter Mayer, Bund Naturschutz

    Gibt es alternative Standorte?

    Zumindest müssten alternative Standorte an bereits bestehenden, noch freien Gewerbegebieten in der Region geprüft werden. Das Gewerbegebiet, bei dem die Erdarbeiten bereits begonnen haben, ist seit Längerem Diskussionsthema im Landkreis Freyung-Grafenau. Neben dem Flächenverbrauch auf "grüner Wiese" fürchten Naturschützer Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt. Außerdem werde eine Erholungslandschaft zerstört.

    Naturschutzbehörde äußert sich kritisch

    Landrat Sebastian Gruber (CSU) sieht das geplante Logistikzentrum als "durchaus umstrittenes Vorhaben", weist aber auf die Planungshoheit der Gemeinde Röhrnbach hin. In einer Stellungnahme des Bayerischen Umweltministerium heißt es:

    "Insbesondere die Untere Naturschutzbehörde hat sich kritisch zur gemeindlichen Planung geäußert. Solange sich die Gemeinde im Rahmen ihrer verfassungsrechtlichen garantierten Planungshoheit bewegt, hat der Staat keine rechtlichen Möglichkeiten der Einflussnahme auf eine gemeindliche Bauleitplanung." Stellungnahme des Bayerischen Umweltministerium

    Der Bund Naturschutz hatte Ende Juni eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht, um die Ausweisung des Sondergebietes zu verhindern. Anwohner und Bürgerinitiativen hatten angekündigt, gegen das Sondergebiet zu klagen.