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Bund Naturschutz: Klimawandel setzt Nürnberger Reichswald zu | BR24

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Der Klimawandel bedroht den gesamten Nürnberger Reichswald, warnt der Bund Naturschutz. Die Umweltschützer sprechen vom "Waldsterben 2.0".

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Bund Naturschutz: Klimawandel setzt Nürnberger Reichswald zu

Der Klimawandel bedroht den gesamten Nürnberger Reichswald. Der Bund Naturschutz spricht vom Waldsterben 2.0, das die Bäume in dem 36.000 Hektar großen Waldgebiet rund um Nürnberg dauerhaft schädigt.

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Der Klimawandel bedroht den gesamten Nürnberger Reichswald. Der Bund Naturschutz spricht vom Waldsterben 2.0, das die Bäume in dem rund 36.000 Hektar großen Waldgebiet rund um Nürnberg dauerhaft schädigt.

Der Reichswald gilt als grüne Lunge der Großstädte Nürnberg, Fürth und Erlangen. Er reguliere bisher noch das Klima im Großraum und sichere einen Teil der Wasserversorgung der Städte, sagte Richard Mergner, der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern. Zum Reichswaldfest am nächsten Wochenende zog der Umweltverband Bilanz.

Trockenheit hat Kiefern zugesetzt

Die Trockenheit der vergangenen Jahre hätte vor allem den Kiefern stark zugesetzt. Zu erkennen sei das an den rotbraun gefärbten Kronen, die großflächig zu beobachten seien. Diese Bäume könnten nicht mehr gerettet und müssten gefällt werden. Besser sei die Lage bei Eichen und Buchen. Diese könnten das trockene und zunehmend wärmere Klima besser vertragen.

BN fordert mehr Windkraftanlagen

Um die Wälder zu retten, müsse der Kampf gegen den Klimawandel mit aller Kraft vorangetrieben werden, forderte Mergner von der bayerischen Staatsregierung. Er sprach sich dafür aus, den Energieverbrauch durch eine CO2-Steuer zu verteuern und damit zu reduzieren. Zudem sei es weiterhin notwendig, die Energiewende schnell umzusetzen und mehr Wind- und Sonnenkraftwerke auch in Bayern zu errichten. Nach Mergners Worten müsste sich die Zahl der Windkraftanlagen in Bayern verdoppeln und es müssten viermal so viele Photovoltaikanlagen wie bisher gebaut werden.

BN gegen Straßenbau im Reichswald

Eine weitere Forderung der Naturschützer ist, konsequent Rehe und Hirsche zu bejagen. Denn zu viel Wild im Wald verhinderten durch Verbiss, dass sich Laubbäume auf natürliche Weise vermehren können. Der Bund Naturschutz kritisiert, dass angesichts der schlimmen Lage weiterhin viele Bauprojekte im Reichswald geplant werden, für die große Waldflächen gerodet werden müssen.

"Wir fordern den Stopp aller Straßen- und Autobahnausbauten, die noch nicht begonnen wurden." (Richard Mergner, Bund Naturschutz)

Das Reichwaldfest findet am 20. und 21. Juli am Schmausenbuck in Nürnberg rund um den Aussichtsturm oberhalb des Tiergartens statt.