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© BR/Birgit Grundner

Pressekonferenz des Bund Naturschutz am 9.1.2019.

Ganz klar auf der Habenseite in der Bilanz für 2019 sehen die Umweltschützer die große Demo "Mia hams satt" in München, zu der auch der Bund Naturschutz aufgerufen hatte. Fast 20.000 Menschen sind im Oktober auf die Straße gegangen und haben gezeigt, dass ihnen naturverträgliche Landwirtschaft, Flächenschutz, Artenvielfalt wichtig sind.

40 Prozent der Insektenarten auf Roter Liste

Im neuen Jahr sind der Insektenschutz und das dazu gehörende Volksbegehren ein Hauptthema. Insektenschutz geht Hand in Hand mit der ökologischen Landwirtschaft. Die aber findet momentan auf nicht einmal 15 Prozent der Flächen in Oberbayern statt. Das muss mehr werden, sagt der Bund Naturschutz: mehr Landwirtschaft ohne Pestizide, ist sehr wichtig und gut für die Insekten.

Außerdem gehen der Natur immer noch viel zu viele Flächen verloren. In Oberbayern werden in einem Jahr mehr als 1.300 Hektar Fläche verbraucht – so viel wie sonst nirgends in Bayern – zubetoniert werden auch Blühflächen und wertvolle Lebensräume für Insekten. 40 Prozent aller Insektenarten bei uns stehen inzwischen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten, warnt der Bund Naturschutz, der das Volksbegehren Artenvielfalt mit diversen Aktionen unterstützen will.

Erfolg am Riedberger Horn

Einen großen Erfolg sieht der Bund Naturschutz-Landesvorsitzende Richard Mergner auch außerhalb Oberbayerns am Riedberger Horn. Die neue Staatsregierung nimmt die Änderung des Alpenplans zurück, denn aus der geplanten riesigen Skischaukel, die der Bund Naturschutz vehement bekämpft hat, wird nichts.

Ein Rückschlag war 2018 allerdings das kategorische Nein zu einem dritten Nationalpark. Dafür waren auch die Donau- und Isarauen in Oberbayern im Gespräch.

Protest gegen Flächenfraß

Heuer plant der Bund Naturschutz ganz konkrete Aktionen zum Beispiel für den Flächenschutz und damit gegen Ortsumgehungen wie in Erding, Vaterstetten und Forstinning. Und im Sommer will sich der Bund Naturschutz weiter für die freifließende Salzach stark machen und damit gegen den Ausbau der Wasserkraft im Tittmoninger Becken.

82.000 Bund-Naturschutz-Mitglieder in Oberbayern

Der Bund Naturschutz hat in Oberbayern mittlerweile 82.000 Mitglieder, und im vergangenen Jahr wurden in den 600 Orts- und Kreisgruppen eine Million ehrenamtliche Stunden geleistet.