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Tockener Weinberg in Iphofen

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Bund Naturschutz fordert Landwirte zum Handeln auf

Der Bund Naturschutz (BN) fürchtet in Unterfranken Engpässe bei der Trinkwasserversorgung. Die Bewässerung in der Landwirtschaft müsse umgestellt werden, fordern die Naturschützer.

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Trockener Ackerboden bei Bieberehren

Ein "Weiter so" dürfe es bei der Bewässerung nun nicht geben, sagt Armin Amrehn, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Würzburg. Denn die Grundwasserneubildungsrate liege im Raum Würzburg aktuell 40 Prozent unter den langjährigen Werten. Ein Großteil der Grundwassermessstellen zeige in oberen und tieferen Schichten sehr niedrige Grundwasserstände an.

Hiervor warne der Bund Naturschutz schon seit vielen Jahren, denn diese Entwicklung sei mit Blick auf den Klimawandel absehbar gewesen, so Amrehn. Dennoch seien in den vergangenen Jahren immer wieder neue Genehmigungen zur Grundwasserentnahme und Bewässerung in der Landwirtschaft erteilt worden.

Landwirte sollen andere Sorten anbauen

Nun gibt es Überlegungen, Mainwasser für die Bewässerung der umfangreichen Gemüseanbauflächen zwischen Würzburg und Schweinfurt heranzuziehen. Ob die energie- und kostenintensive Bereitstellung machbar und sinnvoll ist, ist für den BN aber eher fraglich. Vielmehr müsse sich die Landwirtschaft an die sich verändernden Standortverhältnisse anpassen. Deshalb fordert Amrehn:

"Der Wasserverbrauch muss reduziert werden, auch durch eine entsprechende Sortenwahl. Die Überkopfbewässerung muss der Vergangenheit angehören. Ausschließlich eine Tröpfchenbewässerung darf noch zur Anwendung kommen. Der Humusanteil in den Böden muss wieder erhöht werden." Armin Amrehn, Bund Naturschutz

Das Bodenleben, meint er, müsse gefördert werden, um so die Wasseraufnahme gerade bei Starkregen wiederherzustellen. Der hohe Pestizid- und Kunstdüngereinsatz und die Bodenverdichtung durch immer schwerere Maschinen hätten die Böden weitgehend zerstört. Eine Fruchtfolge mit Zwischenbegrünung sei zur Bodenerholung essentiell.

Hecken als Windschutz nötig

Die Anlage von Windschutzhecken auf den weitgehend ausgeräumten Flächen ist laut Amrehn dringend nötig, um die Verdunstung und Winderosion zu reduzieren. Hierfür müssten Flächen zur Verfügung gestellt werden. Die Ausweisung immer neuer Gewerbeflächen sieht der BN als kontraproduktiv, da durch die Versiegelung die Grundwasserneubildung reduziert wird.

Der Umweltverband fordert eine effektive Kontrolle der Grundwasserentnahmen durch die Behörden. Dafür müsste unbedingt die Anzahl der Kontrolleure aufgestockt werden. Eine Person für ganz Unterfranken sei nicht ausreichend, so Amrehn.