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Bund Naturschutz beklagt "drohenden Raubbau am Staatswald" | BR24

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Bildrechte: BR/Jürgen Neumann

Fällung eines Baumes

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    Bund Naturschutz beklagt "drohenden Raubbau am Staatswald"

    Der Bund Naturschutz kritisiert eine zu umfangreiche Abholzung des Staatswaldes in Bayern. Er warnt am Beispiel Amberg vor "drohendem Raubbau". Hier sollen für Straßen, Gewerbegebiete und eine Sandaufbereitungsanlage Bäume fallen.

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    Von
    • Marcel Kehrer

    Der Bund Naturschutz warnt vor "wachsenden Begehrlichkeiten, Staatswaldflächen für Gewerbeansiedlungen, Straßenbau und Rohstoffabbau zu vereinnahmen". Ein besonders drastisches Beispiel für solche Planungen ist aus Sicht der Umweltorganisation der Freihölser Forst östlich von Amberg.

    Weitere Rodungen in Amberg geplant

    Der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Richard Mergner, sprach am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin in Amberg von "drohendem Raubbau" zugunsten von Plänen für Straßenbau, Gewerbegebiete und den Bau einer Sandaufbereitungsanlage eines großen Betonwerks.

    Dabei seien in Amberg erst vor wenigen Jahren etliche Hektar Staatswald für die Verbreiterung der B85 und das Gewerbegebiet "Schafhof III" gerodet worden.

    "Die Entwicklung im Freihölser Forst zeigt das Fehlen einer nachhaltigen Regionalplanung, die auch den Klimaschutz im Blick hat", erläuterte Reinhard Scheuerlein, Regionalreferent des BUND Naturschutz für die Oberpfalz.

    Kritik an Gewerbegebiet in Teublitz

    Ein "weiteres abschreckendes Beispiel" für Eingriffe in den Staatswald ist aus Sicht der Umweltschützer das Industrie- und Gewerbegebiet Teublitz im benachbarten Landkreis Schwandorf. Hier sollen laut Bund Naturschutz im ersten Bauabschnitt 21 Hektar Staatswald gerodet und bebaut werden.

    Appell an Politik

    "Ein solches Vorgehen hält der Bund Naturschutz angesichts der Verantwortung für den öffentlichen Wald, aber auch hinsichtlich der proklamierten Ziele für den Klimaschutz für völlig inakzeptabel", betonte Richard Mergner.

    "Der Staatswald muss zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger Bayerns erhalten und vorbildlich bewirtschaftet werden und darf nicht zu einer Reservefläche für Eingriffsplanungen aller Art werden." Hier stünden laut Mergner Ministerpräsident Markus Söder und Finanzminister Albert Füracker in der Pflicht, einem "exzessiven Raubbau am Bürgerwald einen Riegel vorzuschieben".

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