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Mit der Komödie "Bunbury - Ernst sein ist alles!" beginnt am Samstagabend am Theater Regensburg die Freiluft-Saison. Die Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen, ist groß.

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Bunbury am Theater Regensburg: Oscar Wilde trifft auf Queen

Mit der Komödie "Bunbury - Ernst sein ist alles!" beginnt am Samstagabend am Theater Regensburg die Freiluft-Saison. Für die Schauspieler war die Corona-Zwangspause quälend lang. Die Freude, wieder vor Publikum spielen zu dürfen, ist groß.

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Von
  • Andreas Wenleder
  • BR24 Redaktion

Kristóf Gellén steht endlich wieder auf der Bühne. Es ist eine der letzten Proben vor der Premiere am Regensburger Theater. Gespielt wird "Bunbury" von Oscar Wilde. Die Vorfreude, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können, ist groß. "Meine letzte Vorstellung war Ende Oktober. Jetzt ist man echt schon hungrig", sagt Gellén.

Ungewohntes Lampenfieber nach der Pause

Doch noch ist es ein wenig ungewohnt, wieder im Rampenlicht zu stehen. Schon bei den ersten richtigen Proben sei Lampenfieber aufgekommen, sagt der Schauspieler. "Ich war Hölle aufgeregt, wirklich bis zum Magenumdrehen. Das Gefühl habe ich lange nicht mehr gehabt. Wenn es dann aber nach den ersten zwei/drei Minuten nachlässt, ist es geil, einfach nur geil", sagt Gellén.

Oscar Wilde trifft auf Freddie Mercury

Im Stück Bunbury von Oscar Wilde, gezeigt in einer modernen Übersetzung von Sebastian Schug, geht es um zwei eitle Männer aus der oberen Gesellschaft, die es mit der Wahrheit nicht genau nehmen. Der eine erfindet einen schwerkranken Freund, den er immer genau dann pflegen muss, wenn unangenehme Verpflichtungen auf ihn warten. Der andere gibt sich für seinen eigenen Bruder aus, um hemmungslos und ohne Konsequenzen in London feiern zu können. Das führt zu Verwechslungen und Verwirrungen. Kristóf Gellén spielt eine Frauenrolle, die junge Cecily, die sich in einen der beiden Dandys verliebt.

Regisseur Klaus Kusenberg hat in die Komödie viel Musik gepackt: Lieder der Band Queen. Kusenberg verweist auf die Parallelen zwischen Autor Oscar Wilde und Sänger Freddie Mercury. Ähnlich wie Mercury sei auch Oscar Wilde wegen seiner Homosexualität gezwungen gewesen, ein "Genie der Verstellung" zu sein, sagt Kusenberg.

Unterstützung für freie Künstler

Als Band habe man freiberufliche Musiker verpflichtet, die in den letzten Monaten ebenfalls kaum auftreten konnten, sagt der Schauspieldirektor des Theaters Regensburg. Andere Freiberufler, deren geplanten Projekte im Lockdown am Haus nicht umgesetzt werden konnten, unterstütze man ebenfalls, sagt Kusenberg.

Auch Kristóf Gellén ist sich bewusst, dass es viele seiner Kolleginnen und Kollegen in den letzten Monaten noch viel schlimmer erwischt hat als ihn. "Ich bin zum Glück festangestellt hier am Haus. Ich will nicht wissen, wie es vielen meiner freiberuflichen Kollegen ging", sagt Gellén. Auch er habe seine Arbeit vermisst, sei aber wenigstens abgesichert gewesen.

Publikum "ausgehungert"

Was aber definitiv auch bei ihm fehlte, war der weniger materielle Teil des Lohns eines Schauspielers: der Applaus. "Es ist nicht nur der Applaus, sondern die Gesichter, die dabei strahlen, weinen oder lächeln. Dafür macht man es auch."

Das Publikum sei ebenfalls "ausgehungert", sagt Klaus Kusenberg. Der Vorverkauf für die Freiluft-Saison sei sehr gut gelaufen. Trotz der Corona-Auflagen auf den Freiluftbühnen werden die Zuschauer ihre Freude haben. "Schade, dass auf einer Tribüne mit 1.200 Plätzen nur 250 Platz nehmen dürfen, aber die müssen dann eben umso bessere Stimmung machen."

Neben "Bunbury" zeigt das Theater Regensburg in den kommenden Wochen auch Tanzabende, eine Konzertreihe und die Wagner-Oper "Das Rheingold" - letztere sogar auf einer Bühne im Regensburger Hafen.

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