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Büste für NS-Widerstandskämpfer Fritz Gerlich | BR24

© Bistum Regensburg

Segnung der Büste des NS-Märtyrers Fritz Gerlich in Regensburg

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    Büste für NS-Widerstandskämpfer Fritz Gerlich

    Der NS-Widerstandskämpfer Fritz Gerlich wird mit einer Büste in Regensburg geehrt. Bischof Voderholzer verehrt den 1934 im KZ Dachau ermordeten Journalisten, der nach einer Begegnung mit Resl von Konnersreuth zum katholischen Glauben konvertierte.

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    Die Bronzebüste wurde an der Ecke Gerlichstraße und Schillerstraße aufgestellt. Sie "blickt" in die bereits seit 1945 nach Gerlich benannte Straße. Bischof Rudolf Voderholzer segnete die von Künstler Andreas Brucker geschaffene Büste. Auch Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) und zahlreiche Mitglieder der Pfarrei Herz Marien nahmen an der Zeremonie teil. Gestiftet wurde die Plastik von der Stadt Regensburg, Bischof Voderholzer sowie die Firma Rödl und Herdegen.

    "Kein anderer deutscher Journalist bezog so eindeutig und prophetisch warnend Position gegen Hitler und den Nationalsozialismus wie Fritz Michael Gerlich. Die Basis seiner Argumentation war das Naturrecht und in Abwehr totalitärer Ersatzreligionen - wie des Nationalsozialismus - das Christentum als wahre Religion." Joachim Wolbergs (SPD), Regensburger Oberbürgermeister

    Bischof Voderholzer erinnerte daran, dass Gerlich Hitler und den Nationalsozialismus noch vor Beginn der Diktatur publizistisch bekämpft hatte. Er sei ein kantiger und schwieriger Mann gewesen, aber ein konsequenter Wahrheitssucher. Seine Konversion zum katholischen Glauben war ganz wesentlich mit der Resl von Konnersreuth und insofern auch mit der Oberpfalz verbunden. Sie hatte Gerlich nahegelegt, sich wieder der Zeitungsarbeit zu widmen und insofern in die Politik zurückzukehren. Vor allem sei Fritz Gerlich ein wichtiges Beispiel des im Alltag gelebten Christseins der Weltchristen, führte der Regensburger Bischof aus.

    "Einen besseren Patron für den wahrheitssuchenden Journalismus als Gerlich gibt es kaum." Bischof Rudolf Voderholzer

    Fritz Gerlich: Früher Hitler-Gegner und überzeugter Katholik

    Obwohl ein Hauptgegner der Nazis, ist Gerlich bis vor wenigen Jahren fast völlig in Vergessenheit geraten. Gerlich hatte die Gefahr des Nationalsozialismus früh durchschaut und sich mit aller Kraft immer wieder dagegen ausgesprochen. Von 1920 bis 1928 war er Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten (MNN), einer Vorgängerzeitung der heutigen Süddeutschen Zeitung. 1923, mit dem Hitlerputsch, wandelte sich Gerlich von einem eher national-autoritär gesinnten Sympathisanten der nationalsozialistischen Bewegung zu einem engagierten Kritiker und Gegner Adolf Hitlers. Zudem hatte Gerlich 1927 die Bekanntschaft von Therese Neumann, der Mystikerin von Konnersreuth, gemacht, die ihn zum Widerstand gegen die Hitler-Partei ermunterte. Ursprünglich wollte er den "Schwindel" ihrer Wundmale entlarven, doch Gerlich kam als Bekehrter zurück und konvertierte 1931 zum römisch-katholischen Glauben. 1930 übernahm er die Herausgabe der Zeitschrift Illustrierter Sonntag, die ab 1932 unter dem Titel "Der gerade Weg erschien und sich konsequent gegen Hitler und die NSDAP wandte. Bis zum Schluss warnte Gerlich vor der Gefahr und den Folgen einer Machtergreifung der Nationalsozialisten und versuchte sie zu verhindern. Er wurde am 9. März 1933 in den Redaktionsräumen des Geraden Wegs von einem SA-Trupp misshandelt und blieb fast 16 Monate in München in "Schutzhaft". In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde er im Zusammenhang mit dem so genannten Röhm-Putsch von der Münchner Polizeidirektion ins KZ Dachau verlegt und dort auf dem Schießstand des Lagers erschossen. (Quelle: Wikipedia)

    Von
    • Silke Droll
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