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Bürokratie beim Bierautomaten: Landratsamt überrascht Brauer | BR24

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Da willst du alles richtig machen und machst alles falsch: So ging es einem Braumeister im Pretzfeld. Er hat einen Bierautomaten für Wanderer aufgestellt. Damit sie was zu trinken bekommen, wenn der Gasthof zu ist. Doch dann kam das Amt.

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Bürokratie beim Bierautomaten: Landratsamt überrascht Brauer

Weil Gaststätten wegen Corona derzeit geschlossen sind, hat ein Brauer aus dem Landkreis Forchheim einen Bierautomaten auf seinen Hof gestellt. Das Landratsamt hatte daran aber etwas auszusetzen. Nun musste der Mann extra einen Automaten-Raum bauen.

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Von
  • Jörg Hertle

Ein Braumeister aus Pretzfeld im Landkreis Forchheim hat einen Bier-Verkaufsautomaten im Brauereihof aufgestellt. Damit durstige Wanderer auch in Zeiten des teilweisen Lockdowns mit Getränken versorgen zu können. Doch die Geschäftsidee entspricht nicht den Wünschen des Landratsamtes.

Jugendschutz beim Bierautomaten reicht nicht aus

Und das, obwohl der 12.000 Euro teure Bierautomat aus Jugendschutzgründen mit einem Lesegerät für Personalausweise oder Führerscheine ausgestattet ist. Vier Monate sei der Automat in Betrieb gewesen, sagt Braumeister Mike Schmitt. Dann hätte der Wirt Besuch vom Landratsamt bekommen. Das sei der Meinung gewesen, dass der Automat in einem gewerblich genutzten Raum stehen müsse. Kurios: Zuvor habe Schmitt Besuch von fünf verschiedenen Polizeistreifen bekommen. Alle hätten gesagt, der Automat sei wegen der Alterserkennung rechtens.

Braumeister aus Pretzfeld muss Automaten-Raum bauen

Doch das Landratsamt Forchheim leitete einen Verwaltungsakt in die Wege und ließ die Staatsgewalt eingreifen. Nun musste Schmitt etwa 5.000 Euro für den Umbau eines eigenen Automaten-Raums investieren. Schließlich sei seit drei Jahren im Jugendschutzgesetz unter Paragraph 9 festgelegt, dass ein Verkaufsautomat für alkoholische Getränke in einem separaten, gewerblich genutzten Raum stehen müsse.

Tourismus-Vertreter kritisiert Landratsamt Forchheim

Der Verein Genussregion Rund ums Walberla versteht das Vorgehen der Verwaltung nicht. Helmut Pfefferle vom Tourismusverein am oberfränkischen Hausberg rät in diesem Fall zu Deeskalation. Es sei kein guter Stil, jemanden sofort die Polizei auf den hals zu hetzen, so Pfefferle. Man hätte sich stattdessen an einen Tisch setzen und darüber reden können.

Das Landratsamt in Forchheim wollte sich dazu nicht äußern. Für die Behörde sei der Fall abgeschlossen.

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Brauer Mike Schmitt aus Pretzfeld im Landkreis Forchheim musste insgesamt 17.000 Euro für seinen Bierautomaten in die Hand nehmen.

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