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Bürgermeisterin überrascht von 5G in Birgland | BR24

© pa/dpa/Frank May

Auf einer kleinen Tafel steht: Bei uns 5G (Symbolbild)

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Bürgermeisterin überrascht von 5G in Birgland

Birgland im Kreis Amberg-Sulzbach ist einer der ersten Orte in Deutschland, in denen das Mobilfunknetz 5G empfangen werden kann. Die Nachricht kam für Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (SPD) überraschend: "Wir wussten nichts davon."

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In der Gemeinde Birgland (Lkr. Amberg-Sulzbach) kann ab heute theoretisch im 5G-Netz gesurft werden. Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat die schnelle Internetverbindung freigeschaltet, denn Birgland ist eine der sechs deutschen Modellregionen. Allerdings gibt es bislang kaum 5G-fähige Handys und Zweifel aus dem Rathaus.

Bürgermeisterin zweifelt an Gemeinde-Nutzen

Für Birglands Bürgermeisterin Brigitte Bachmann (SPD) kam das schnelle Netz überraschend: "Wir wussten nichts davon." Die Politikerin wäre hochzufrieden, wenn die Gemeinde in Zukunft die leistungsfähigste Internetanbindung auf dem Markt hätte.

"Aber da es so klammheimlich passiert ist, zweifel ich daran." Brigitte Bachmann, Bürgermeisterin Birgland

Die Bürgermeisterin des 2.000-Seelen-Orts befürchtet, dass es bei dem Ausbau um eine bessere Anbindung der Autobahn an das 5G-Netz geht, weniger um die Gemeinde Birgland, die ansässigen Unternehmen oder die Bürger. Für die These spricht: Der Sendemast steht in unmittelbarer Nähe zur A6, vier Kilometer vom Ortskern entfernt, der auf der anderen Seite der Autobahn liegt. Selbst laut Auskunft von Vodafone beträgt die Reichweite der 5G-Station nur einen Kilometer.

Keine Infos von Vodafone

Auch verwundert Bürgermeisterin Bachmann, dass der Ausbau so klammheimlich passiert ist. Vodafone hätte weder sie informiert noch Werbung gemacht, was für Bachmann bei so einem Zukunftsprojekt schon naheliegend gewesen wäre. Informationen vorab wären aber wichtig, kritisiert auch eine Sprecherin des Landmaschinenbauers Claas, der eine Niederlassung in Birgland hat. 5G-Nutzer brauchen eine entsprechende Hardware wie Smartphones oder Router, die in der Lage sind, 5G zu empfangen. Nur wenige Hersteller haben bisher entsprechende Produkte auf dem Markt.

Birgland hat schlechte Erfahrungen gemacht

Birgland habe bisher schlechte Erfahrung gemacht, was die Anbindung an das Mobilfunknetz betrifft. Bürgermeisterin Bachmann verweist auf einen Vorfall, in dem ein anderer Anbieter die Mobilfunkleistung im Ort zurückgefahren habe, für einen besseren Empfang auf der Autobahn. Sowohl das D1- (Telekom) als auch das D2-Netz (Vodafone) seien seither schlecht. "Letzte Woche hatten wir einen Brand. Was wäre, wenn ich bei so einem Notfall dringend Empfang bräuchte?"

5G so schnell wie menschliches Nervensystem

Das sollte bei 5G nicht mehr der Fall sein. Sowohl für die Industrie als auch für das Autonome Fahren ist 5G immens wichtig. Bei 5G werden nicht nur mehr Daten übertragen: Die sogenannte "Latenzzeit", also die Zeit zwischen Aktion und Reaktion, ist so gering, dass sie laut Vodafone vergleichbar ist mit der Geschwindigkeit des menschlichen Nervensystems. Der Anbieter stellt daher in Aussicht, dass irgendwann Operationen durchgeführt werden können, obwohl der Arzt nicht im OP-Saal steht, sondern irgendwo auf der Welt unterwegs ist.

© BR

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