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Bürgermeister warnt vor "Nazi-Gesocks" bei Corona-Demo in Weiden | BR24

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Etwa 900 Menschen haben sich am Samstag zu einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Weiden getroffen. Die Veranstaltung war sehr umstritten, weil die Corona-Ampel in Weiden dunkelrot zeigt.

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Bürgermeister warnt vor "Nazi-Gesocks" bei Corona-Demo in Weiden

In Weiden, wo die Corona-Ampel derzeit auf dunkelrot steht, wurde am Samstag gegen die Schutzmaßnahmen protestiert. Der Bürgermeister im benachbarten Neustadt an der Waldnaab rief dazu auf, "bei den Affen" nicht mitzulaufen.

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Mit einem Auto- und Fahrradkorso hat in Weiden am Samstagmittag ein Protest gegen die Corona-Schutzmaßnahmen begonnen. Zur Kundgebung am Festplatz kamen nach Angaben der Polizei etwa 900 Menschen. Die Aktionen und Kundgebungen zogen sich bis in den Abend.

Bürgermeister von Neustadt: Wut-Post auf Facebook

Der Bürgermeister der Nachbarstadt Neustadt an der Waldnaab, Sebastian Dippold, hatte die Demonstration in Weiden scharf kritisiert und vor der Teilnahme gewarnt. Hier werde "wieder eine ganze Bande an Nazis unterwegs sein", mahnte der SPD-Politiker. "Wer hier heute mitgeht, bei den Affen, der weiß, auf welcher Seite er steht", sagte Dippold in einem Facebook-Video, das er am Samstagvormittag auf dem Weidener Festplatz aufgenommen hat. Es sei ja bekannt, "was für Gesocks und Klientel hier mitläuft".

Kritik an Fackelzug

Über den am Abend geplanten Fackelzug sagte Dippold: "Meiner Meinung nach gibt es seit 1945 nur einen Verein in Bayern, der einen Fackelzug einfach so durchführen kann, wo man keine Bedenken hat, das ist die Freiwillige Feuerwehr. Alle anderen, die Fackelzüge veranstalten, die müssen sich schon kritische Nachfragen gefallen lassen."

Dippold zitierte Adolf Hitlers Propagandachef: "Goebbels hat einmal gesagt, 'Man bedient sich im Waffenarsenal der Demokratie, um die Demokraten zu bekämpfen', und genau das passiert hier heute."

Gegendemo abgesagt

Da die Gegendemo und Gegenkundgebung wegen der hohen Infektionszahlen in Weiden abgesagt wurden, rief Dippold dazu auf, sich an der Online-Aktion "Maske auf" zu beteiligen. Auch der Weidener OB Jens Meyer (SPD) appellierte im Vorfeld an die Demo-Veranstalter, den Teilnehmerkreis möglichst klein zu halten und bei den Kundgebungen auf Abstand, Hygiene und Maske zu achten.

Weidener OB nennt Demo "mehr als fahrlässig"

Meyer machte sich am Samstag selbst ein Bild vor Ort. "Eigentlich ist das mehr als fahrlässig aufgrund der hohen Infektionszahlen, eine solche Veranstaltung abzuhalten. Wir konnten es rechtlich nicht verhindern", sagte der Weidener OB. "Ich hoffe, dass hier von dieser Demonstration kein weiterer Infektionsherd ausgeht". Das Publikum sei "Gott sei Dank friedlich".

Der "Querdenker"-Protest unter dem Motto "Beenden der Corona-Maßnahmen – Weg mit der Maske" dauerte bis in den Samstagabend. Auf den Auto- und Fahrradcorso folgte eine Kundgebung. Für den Abend war ein Fackelumzug in die Stadtmitte mit Abschlusskundgebung geplant. Ein großes Polizeiaufgebot begleitete die Aktionen. Die Weidener Gruppe "Querdenken 961" nennt als Ziel ihrer Arbeit "Abwahl der jetzigen Regierung und Wiederherstellen unserer Grundrechte".

Höchster Corona-Inzidenzwert der Oberpfalz

In der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt an der Waldnaab steht die Corona-Ampel wegen hoher Neuinfektionszahlen auf "dunkelrot". Ein Gymnasium in Weiden wurde komplett geschlossen. Die Stadt hat den höchsten 7-Tages-Inzidenzwert an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in der Oberpfalz.

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