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Bürgermeister von Kochel befürchtet Kollaps durch Ausflügler | BR24

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Thomas Holz, Bürgermeister von Kochel am See, beklagt eine immer größer werdende Rücksichtslosigkeit von Tagesausflüglern in seiner Gemeinde. Vor dem anstehenden Himmelfahrts-Wochenende forderte er, sich an die geltenden Regeln zu halten.

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Bürgermeister von Kochel befürchtet Kollaps durch Ausflügler

Der Bürgermeister von Kochel am See beklagt eine immer größer werdende Rücksichtslosigkeit von Tagesausflüglern. Erst vergangenen Sonntag hatten Hunderte auf verbotenen Flächen am Walchensee geparkt. Vor dem Wochenende appelliert er an die Gäste.

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Der Erste Bürgermeister von Kochel am See, Thomas Holz (CSU), beklagt sich im Gespräch mit der Bayern 2-radioWelt über die Tagesausflügler in seiner Gemeinde. Diese würden immer rücksichtsloser:

"Es werden Verbotsschilder, Parkverbotsschilder, Rettungswegschilder offensichtlich nur noch als freundliche Empfehlung aufgefasst und definitiv nicht mehr eingehalten. Da ist es egal, ob man in einer Einfahrt für ein Privathaus einfach stehen bleibt. [...] Dass die Anwohner vielleicht raus müssen oder der Rettungswagen vielleicht rein muss, das scheint egal zu sein." Thomas Holz, Bürgermeister von Kochel am See

Vergangenen Sonntag habe es Zustände in seiner Gemeinde gegeben, die selbst Leute, die lange dort leben, noch nicht gesehen hätten. Holz äußerte Verständnis dafür, dass die Menschen nach den Ausgangsbeschränkungen danach lechzten, in die schöne Natur zu kommen und die Landschaft zu genießen. Es sei jeder herzlich willkommen. Man müsse sich nur an die Regeln halten.

Ansturm nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen

Um diese Regeln besser durchsetzen zu können, habe die Gemeinde Kochel den kommunalen Zweckverband, der den ruhenden Verkehr in Kochel überwacht, mit mehr Stunden ausgestattet. "Die werden sehr rigoros in dem Bereich rund um den Walchensee und in der ganzen Gemeinde kontrollieren", warnt Holz. Der Bürgermeister fordert eine stärkere Überwachung der Parkplätze am Kochel- und Walchensee, dazu die Kontrolle der Gemeindestraßen und geschützter Bereiche. Für Falschparker wünscht er sich deutlich höhere Bußgelder.

Bürgermeister fordert mehr Polizeikräfte von Herrmann

In einem Brief an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann fordert der Bürgermeister außerdem eine bessere Personalausstattung der Polizeistation in Kochel und Unterstützung durch zusätzliche Polizisten, "denn eine Polizeistreife hat halt eine ganz andere Wirkung als kommunale Verkehrsüberwachung."

Holz: Grenzöffnung zu Österreich wird Situation nicht entspannen

Holz ist zuversichtlich, dass er mit seinem Anliegen Gehör findet, "weil sowohl der Innenminister, als auch der Staatssekretär die Verhältnisse vor Ort kennen und auch wissen, dass sie etwas tun müssen, dass wir alle miteinander etwas tun müssen."

Kochel befürchtet Kollaps durch Ausflügler

Dass sich die Situation nach der anvisierten Öffnung der Grenze nach Österreich Mitte Juni entspannen wird, erwartet der Bürgermeister nicht. "Ich glaube, dass 80 Prozent derer, die normalerweise im Ausland Urlaub machen, bei uns bleiben und hier auch ihre Freizeit verbringen." Die Menschen, die heuer in Deutschland Urlaub machen wollen, würden dann eventuell alle in die Region rund um Kochel kommen und dann käme es zu einem Kollaps.

© BR

Nach den Corona-Lockerungen und bei schönem Wetter ist es am Sonntag zu einem Ansturm auf die heimischen Berge gekommen. Vor allem das Parken lief laut Polizei mancherorts aus dem Ruder. Und am kommenden Feiertag wird es wohl auch wieder voll.

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