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Bürgermeister von Hofheim wird Opfer eines Hacker-Angriffs | BR24

© Patrick Obrusnik/BR-Mainfranken

Wolfgang Borst, der Bürgermeister der Stadt Hofheim (Lkr. Haßberge), ist Opfer von Hackern geworden. An mehrere hundert Menschen gingen von seinem E-Mail-Konto aus "Bettel-Mails" mit folgendem Inhalt: "In Kiev gestrandet, brauche dringend Geld!"

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Bürgermeister von Hofheim wird Opfer eines Hacker-Angriffs

"In Kiew gestrandet, brauche dringend Geld": An mehrere hundert Menschen ging die E-Mail mit diesem Betreff. Gesendet vom E-Mail-Konto des Hofheimer Bürgermeisters Wolfgang Borst. Der Politiker ist Opfer eines Hacker-Angriffs geworden.

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Von
  • Patrick Obrusnik
  • BR24 Redaktion

Politiker Wolfgang Borst (CSU) nimmt es mit Humor: "Wer mich unterstützen will, soll mir das Geld bar vorbeibringen", sagte er im Interview mit der Sendung "Mittags in Mainfranken" auf Bayern 1. Der Bürgermeister der Stadt Hofheim im Landkreis Haßberge ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Von seinem E-Mail-Konto aus wurden "Bettel-Mails" an mehrere hundert Menschen geschickt. Er sei in Kiew in der Ukraine gestrandet und brauche dringend Geld für seine Rückkehr. Der Betrugsversuch sei nach seinem Kenntnisstand aber erfolglos geblieben. Niemand habe bislang Geld überwiesen.

Betrugs-Mail ging an alle Kontakte des Bürgermeisters

Borst selbst hat erst davon erfahren, als ihn eine Bürgerin angerufen hat. Sie hatte die E-Mail bekommen, genau wie alle anderen Kontakte des Bürgermeisters. Darunter waren auch die BR-Korrespondenten für die Region Main-Rhön und das Bayerische Innenministerium. "Es hat sich dann herausgestellt, dass nicht nur die Dame angemailt wurde, sondern hunderte meiner Kontakte", erklärte Borst.

Misstrauisch wegen Rechtschreib- und Grammatikfehlern

Dem Rathaus-Chef zufolge sei der Hacker kreativ gewesen: So habe er alle drei Stunden Borsts angeblichen Aufenthaltsort gewechselt. Und auch die angeblich benötigte Geldsumme wuchs: "Mit 750 Euro ging es los. Am Schluss waren wir dann bei 1.080 Euro", berichtet er. Zum Glück habe der Betrüger "tölpelhaft" gearbeitet: So sei die Mail durch Inhalt, Rechtschreib- und Grammatikfehler eigentlich gleich als Fälschung zu erkennen gewesen. Warnungen vor der Betrugs-Mail kamen von vielen seiner Kontakten, etwa von BR-Reporter Norbert Steiche oder dem Bayerischen Innenministerium.

Rund drei- bis vierhundert Rückmeldungen habe er bisher erhalten, sagte der Hofheimer Bürgermeister im Bayern 1-Interview: "Jedem war völlig klar, dass so ein Schwachsinn keinen realen Hintergrund haben kann – sondern hier nur versucht wird, sich auf eine billige Tour zu bereichern."

E-Mail-Konto von Wolfgang Borst inzwischen gesperrt

Mittlerweile sei Borsts Email-Konto gesperrt und "vom Netz". Die Hacker hätten aber noch weitere "Bettel-Mails" von einem ähnlichen Konto aus versendet. Diese seien vom Textaufbau und von der Grammatik her noch schlechter gewesen, so Borst. Der Bürgermeister von Hofheim rechnet damit, dass der Betrugs-Versuch noch ein paar Tage andauern werde. Er hoffe aber, dass keiner seiner Kontakte auf diese "Bettel-Mails" reagieren und Geld ins Ausland überweisen werde. Jede Überweisung fördere nur die kriminellen Aktivitäten von Profi-Betrügern.

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