Von mehreren angedachten Flächen kommen nun noch drei für das ICE-Werk infrage. Zwei davon liegen direkt neben Wendelstein.

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Bürgerinitiative protestiert gegen ICE-Werk bei Wendelstein

Bürgerinitiative protestiert gegen ICE-Werk bei Wendelstein

Die Einwohner von Wendelstein sind strikt gegen die Ansiedlung eines großen ICE-Werks in ihrer Nachbarschaft. Sie fürchten starken Lärm und den Verlust großer Waldflächen. In einem offenen Brief bitten sie Ministerpräsident Markus Söder um Hilfe.

Rund 250 Anwohner aus Wendelstein und Umgebung haben am Samstag gegen ein geplantes ICE-Werk in der Nähe demonstriert. Mit dabei war auch Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans (CSU). Er ärgert sich vor allem darüber, dass andere, zunächst angedachte Standorte wie etwa bei Nürnberg-Fischbach ohne größere Untersuchungen aufgegeben wurden. Seit Anfang Dezember konzentriere sich die Bahn nur noch auf drei mögliche Standorte: Zwei bei Wendelstein und einen bei dem kleinen Weiler Harrlach.

Furcht vor Abholzung im Bannwald

Eine Bürgerinitiative aus Wendelstein hat in einem offenen Brief Ministerpräsident Markus Söder (CSU) um Unterstützung gebeten. Die Bürger fürchten eine großräumige Abholzung im Bannwald sowie eine starke Lärmbelastung durch die Arbeiten im Werk. Sie fordern, dass die Bahn die Suche nach einem möglichen Standort neu beginnt und dabei vor allem bereits versiegelte industrielle Brachflächen in Betracht zieht. Ihren Angaben zufolge habe Ingolstadt ein passendes Gelände angeboten. Diesen Vorschlag habe die Bahn aber abgelehnt, da die Fahrtzeit vom Nürnberger Hauptbahnhof 31 statt der angestrebten 25 Minuten betrage.

Mehr als 200 Menschen waren zu der Kundgebung gekommen.

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Kampfmittel auf altem Gelände der Munitionsanstalt

Der Wendelsteiner Gemeinderat hatte sich im Mai grundsätzlich für ein ICE-Werk auf dem Gelände der ehemaligen Munitionsanstalt ausgesprochen. Voraussetzung dafür wäre aber gewesen, dass die Bahn das MUNA-Gelände von gefährlichen Kampfmitteln räumt. Die Bürgerinitiative bezweifelt allerdings, dass dies finanziell und technisch möglich ist und wirft der Bahn "politisches Blendwerk" vor. Klarheit soll nun eine Bürgerversammlung mit Bahn und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) am 20. Oktober bringen.

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