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Bürgerinitiative gegen Hähnchenmastanlage bei Stammham | BR24

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Im Landkreis Eichstätt soll eine neue Hähnchenmastanlage gebaut werden - für mehrere hunderttausend Tiere. Das missfällt vielen Bürger der umliegenden Gemeinde und sie haben eine Bürgerinitiative gegründet, um die Hähnchenmastanlage zu verhindern.

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Bürgerinitiative gegen Hähnchenmastanlage bei Stammham

Eine geplante Hähnchenmastanlage beschäftigt die Gemeinde Stammham im Landkreis Eichstätt. Ein Landwirt will dort seine Hühnerhaltung massiv erweitern. Der eigens gegründete Verein "respekTIERE" will die Mast-Anlage verhindern.

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Die Erweiterung einer Hähnchenmast sorgt in Stammham im Landkreis Eichstätt für Unruhe. Eine Bürgerinitiative will das Projekt verhindern.

Tiermast mit Tradition

Die flauschigen Küken sind rund zwei Wochen alt. 24.000 von ihnen fressen, trinken, picken in dem großen Stall, bis der Schlachter sie holt. Der Stall ist Teil des Jurahofs, dem traditionellen Anwesen von Richard Wermuth. Seit drei Generationen mästet seine Familie Tiere.

Um die Bürger nicht zu stören, zogen die Wermuths vor drei Jahrzehnten aus dem Ortskern von Stammham auf die grüne Wiese und erbauten hier den Jurahof. Doch die Siedlung ist gewachsen und erstreckt sich heute bis zum Tierbetrieb.

Grünes Licht vom Gemeinderat

Nun will der Mäster seinen Betrieb vergrößern, sucht aber gemeinsam mit der Gemeinde nach einem gangbaren Weg. Auf Wunsch der Kommune lässt Wermuth seine Pläne ruhen, direkt am Jurahof anzubauen. Stattdessen hat er jenseits der Autobahn A9, gut einen Kilometer von der Gemeindegrenze entfernt, mehrere Hektar Grund erworben. Dort will er vier Ställe bauen – für über 200.000 Hühner.

Einstimmig haben die Gemeinderäte in einer Sitzung im Dezember grünes Licht gegeben für die Eröffnung des langwierigen Bauverfahrens.

Künftig ein bisschen mehr Tierwohl

In der geplanten Mastanlage will Landwirt Wermuth künftig noch ein bisschen mehr für die Tiere tun.

"Was wir hier planen, ist schon Kategorie 3. Da wird die Besatzdichte noch einmal deutlich reduziert auf 30 Kilo pro Quadratmeter." Richard Wermuth, Landwirt

Im konventionellen Jurahof hält Wermuth insgesamt rund 40.000 Hühner nach der Tierwohlkategorie 2, das heißt: die Besatzdichte der neuen Mast ist um zehn Prozent reduziert.

Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung

Für Uwe Bodendiek, den Sprecher der Bürgerinitiative gegen die geplante Massenmast, ändert das "Upgrade" nichts am Grundsatz:

"Ein bisschen mehr als ein DIN A4-Blatt pro Huhn lässt das Wesentliche gleich: es bleibt Massentierhaltung. Und die lehnen wir ab!" Uwe Bodendiek im Namen der Bürgerinitiative "RespekTIERE"

Angst vor Keimen und Geruchsbelästigung

Die Mitglieder der Initiative sind gegen Massentierhaltung - vor allem vor der eigenen Haustüre: "Wegen der Immobilienpreise!", räumt Bodendiek unumwunden ein. Aber "RespekTIERE" will die Massenmast grundsätzlich verhindern, weil sie sie für eine Risiko hält.

"Das Grundwasser ist gefährdet! Die Kotbelastung! Die Keime! Die Geruchsemissionen belasten die Bürger in Hepberg und Stammham." Uwe Bodendiek, Bürgerinitiative "RespekTIERE"