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Gewerbegebiete in Allersberg können gebaut werden | BR24

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Im mittelfränkischen Allersberg wurde seit Monaten erbittert über die Entwicklung eines neuen Gewerbegebiets an der A9 gestritten.

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Gewerbegebiete in Allersberg können gebaut werden

Die Einwohner von Allersberg im Landkreis Roth haben sich für den Bau von zwei Gewerbe- und Industriegebieten ausgesprochen. Der Gegenvorschlag, auf eines der Gebiete zu verzichten, wurde bei einem Bürgerentscheid am Sonntag abgelehnt.

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Zwei insgesamt 33 Hektar große Gebiete westlich der A9 können nun als Ganzes als Gewerbegebiet beplant werden. Das ist das Ergebnis des Bürgerentscheids in Allersberg im Landkreis Roth am Sonntag (17.05.20). Entscheidend war dabei die Stichfrage, bei der sich deutlich mehr Bürger für den Vorschlag der Bürgerinitiative "Für Fortschritt und Entwicklung in Allersberg" aussprachen (2.368) als für den Abstimmungsvorschlag der Bürgerinitiative "Lebenswertes Allersberg" (1.610).

Gemeinde kann weiter planen

Somit kann die Marktgemeinde nun auf den vollen 33 Hektar der Gebiete "West I" und "West II" ein Gewebe- bzw. Industriegebiet planen und nicht nur auf einem Teilstück, wie es die Initiative "Lebenswertes Allersberg" gefordert hatte. Diese Variante hätte vorgesehen, dass nur das acht Hektar große Teilstück "West II" für ortsansässige Gewerbeansiedlungen genutzt wird und der Rest als Reserveflächen zur Verfügung steht.

Streit spaltete die Gemeinde

Der Streit um die Nutzung der beiden Gebiete West I und West II hatte die Marktgemeinde gespalten. Hintergrund war das Gerücht um eine mögliche Ansiedlung des Online-Versandhändlers Amazon. Während die Initiative "Für Fortschritt und Entwicklung in Allersberg" auf Einnahmen und Schuldenabbau für die Marktgemeinde hoffte, fürchtete die Bürgerinitiative "Lebenswertes Allersberg", die vom Bund Naturschutz unterstützt wurde, Umweltbelastungen und einen "Verkehrsinfarkt".

Amazon als möglicher Käufer

Das größere der beiden Gebiete mit gut 18 Hektar könnte an einen Immobilienentwickler gehen, der hauptsächlich für den Online-Versandhändler Amazon Gewerbeflächen erwirbt und zu Logistikstandorten ausbaut. Alleine das Gerücht, Amazon wolle hier ein Sortierzentrum errichten, sorgte dafür, dass ein Riss quer durch die Bürgerschaft geht. Nach eigenen Angaben hat der Immobilienentwickler bereits auf eigenes Risiko etwa eine Million Euro für Planungen am Standort Allersberg ausgegeben. Unterschrieben sei aber noch nichts, so der Unternehmer.

Ergebnisse im Detail

Laut Wahlamt stimmten knapp 2.500 (2.465) Wahlberechtigte beim Abstimmungsvorschlag der Initiative "Für Fortschritt und Entwicklung in Allersberg" mit Ja und knapp 1.300 mit Nein (1.297). Die zweite Option "Lebenswertes Allersberg" erhielt rund 1.670 Ja-Stimmen (1.671) und rund 1.550 Nein-Stimmen (1.547).