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Bis zu elf Stockwerke hoch sollte das Wertinger Ärztehaus werden. Doch in zwei Bürgerentscheiden ist die Mehrheit gegen das Projekt eines privaten Investors. Das könnte Folgen für die Zukunft der Wertinger Kreisklinik haben.

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Bürgerentscheid: Wertinger stimmen gegen Ärztehaus

Bis zu elf Stockwerke hoch sollte das Wertinger Ärztehaus werden. Doch in zwei Bürgerentscheiden ist die Mehrheit gegen das Projekt eines privaten Investors. Das könnte Folgen für die Zukunft der Wertinger Kreisklinik haben.

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Von
  • Tobias Hildebrandt

Das Ergebnis ist eindeutig: 59,2 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben gegen das geplante Ärztehaus auf dem Gelände der Wertinger Kreisklinik gestimmt. Das Bürgerbegehren mit dem Ziel, die Planungen für das Ärztehaus zu stoppen, ist erfolgreich gewesen. Auch die Gegenprobe lässt keinen Zweifel zu: Das Ratsbegehren, bei dem es darum ging, das Projekt Ärztehaus weiterzuverfolgen, ist mit 54,7 Prozent abgelehnt worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 46 Prozent.

Kreisklinik und Ärztehaus sollten voneinander profitieren

Ein privater Investor wollte das Ärztehaus bauen. In bis zu elf Stockwerken sollten eigentlich niedergelassene Ärzte Praxen beziehen, außerdem waren eine Apotheke, eine Bäckerei und Wohnungen geplant. Die Idee: Die verlustreiche Wertinger Kreisklinik und das Ärztehaus könnten so voneinander profitieren und eine gute medizinische Versorgung im Landkreis Dillingen sicherstellen. So zumindest hatten Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier (Freie Wähler) und der Dillinger Landrat Leo Schrell (Freie Wähler) für das Projekt geworben.

Bürgermeister spricht von klarem Votum

Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier sagte dem BR, das Ergebnis der Bürgerentscheide sei ein klares Votum gegen das Ärztehaus. Die Sorgen und Nöte der Wertinger hätten überwogen. Er sei nach wie vor von dem Konzept überzeugt.

Gegner des Ärztehaus stören sich an der Höhe des Gebäudes

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens teilten schriftlich mit: Das Ergebnis zeige, dass das Tower-Projekt von vielen Wertingern kritisch gesehen werde. Die Bürgerinitiative störte sich vor allem an der Höhe des bis zu elf Stockwerken geplanten Gebäudes. Auch gefiel den Gegnern nicht, dass ein Wertinger Bauunternehmer als privater Investor auftritt.

Die Befürchtung: Die öffentliche Hand hätte dann keinen Einfluss mehr auf die Belegung des Ärztehauses und am Ende könnte die nicht-medizinische Nutzung überwiegen. Mit dem Bürgerbegehren habe man einen Anstoß zur Diskussion gegeben, heißt es bei den Initiatoren. Die Verantwortlichen müssten jetzt in einem offenen Verfahren die bestmögliche Lösung für Wertingen erarbeiten.

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Das Wertinger Ärztehaus sollte elf Stockwerke hoch werden.

Ärztehaus eventuell an anderer Stelle

Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier sagte dem BR: Der Investor müsse sich nun überlegen, ob er das Ärztehaus in anderer Form an einem anderen Ort in Wertingen bauen wolle. Das sei jedoch schade, denn die Synergien seien in unmittelbarer Nähe zur Klinik klar und deutlich. Ein Ärztehaus an der Klinik werde es aber nun nicht geben. Parteiübergreifend müsse nun im Landkreis an der Zukunft der Wertinger Klinik gearbeitet werden. Eventuell über neue Schwerpunkte wie eine Akut-Geriatrie, wie sie Landrat Leo Schrell vorschlage.

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