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Bürger protestieren gegen Reaktivierung von Steinbrüchen | BR24

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Reaktivierung statt Naherholungsgebiet: Im oberfränkischen Gefrees soll in vier stillgelegten Steinbrüchen die Arbeit wieder aufgenommen werden.

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Bürger protestieren gegen Reaktivierung von Steinbrüchen

Reaktivierung statt Naherholungsgebiet: Im oberfränkischen Gefrees soll in vier stillgelegten Steinbrüchen die Arbeit wieder aufgenommen werden. Die Bürger befürchten nicht nur Lärm und Staub, sie sehen auch ihr sauberes Trinkwasser in Gefahr.

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Die Bürgerinitiative "Hohe Reuth" wendet sich gegen die geplante Wiederaufnahme des Betriebs in vier Steinbrüchen oberhalb von Gefrees, an der sogenannten Hohen Reuth. 1.500 Unterschriften wurden am Montag (03.02.20) an Bürgermeister Harald Schlegel übergeben.

Nach 30 Jahren soll es wieder "Gefreeser Granit" geben

Die Steinbrüche wurden vor 30 Jahren stillgelegt und sind jetzt ein Naherholungsgebiet. Im vergangenen Jahr kündigte der Eigentümer, ein oberfränkisches Baustoff- und Steinbruch-Unternehmen an, die Brüche zu reaktivieren. Der "Gefreeser Granit" ist besonders abriebfest und soll daher als Schotter im Straßenbau verwendet werden. In den vier einst stillgelegten Steinbrüchen soll er bald wieder abgebaut werden.

Sechs Quellen in Steinbruch-Nähe

Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Steinbrucharbeiten und Sprengungen Auswirkungen auf das Trinkwasser der Stadt Gefrees haben könnten. Sechs Quellen liegen im Bereich der Steinbrüche. Das Bergamt Nordbayern in Bayreuth hat ein Umweltverträglichkeitsgutachten zu den Plänen in Auftrag gegeben. Eine Betriebserlaubnis für den Steinbruch gebe es noch nicht, heißt es.

© BR/ Markus Feulner

Die Steinbrüche in Gefrees sollen reaktiviert werden, eine Bürgerinitiative will nun dagegen vorgehen.

40 Lastwagen täglich werden befürchtet

Die Betreiberfirma beruft sich auf ein altes Bergrecht aus dem Jahr 1858, das heute noch gelte. Bei einer Wiederaufnahme des Betriebs würden fünfzehn Arbeitsplätze entstehen. Die Gegner des Vorhabens befürchten neben der Trinkwasserverunreinigung zusätzlichen Lärm und Staub durch die Sprengungen sowie durch die Abfuhr des Granits. Bis zu 40 Lastwagen am Tag sollen dann durch das Stadtgebiet von Gefrees fahren.

Widerstand könnte wachsen

Der Bund Naturschutz in Bayern und der Fichtelgebirgsverein überlegen ebenfalls, gegen die Reaktivierung der Steinbrüche vorzugehen.

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