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Bürger melden eifrig Verstöße gegen Corona-Regeln | BR24

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Ob Partys oder Kinder auf Spielplätzen: Die Bevölkerung meldet der Polizei viele Verstöße gegen die Corona-Regeln. Laut der Münchner Polizei sind manche Hinweise sehr hilfreich, andere weniger.

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Bürger melden eifrig Verstöße gegen Corona-Regeln

Ob Partys oder Kinder auf Spielplätzen: Die Bevölkerung unterstützt die Polizei mit zahlreichen Hinweisen auf Verstöße gegen die Corona-Regeln. Ein Großteil der Hinweise führt zu Anzeigen. Allerdings schießen manche Anrufer auch übers Ziel hinaus.

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Es gibt noch viel Unsicherheit und Unwissenheit, es gibt aber auch diejenigen, die es darauf anlegen. So fasst Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Polizei München, die Ergebnisse der Kontrollen zusammen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stattfinden. Zwischen Dienstag- und Mittwochmorgen gab es beispielsweise im Bereich der Münchener Polizei 6.500 Kontrollen, bei denen 295 Verstöße gegen die neuen Regeln gezählt wurden.

Ob sich die Schwaben an die Regeln halten? Steht im Corona-Ticker für Schwaben: hier

Durch die Bevölkerung waren 171 Hinweise eingegangen – auf verbotene Grüppchen-Bildung, Kinder auf Spielplätzen oder Feiern. Davon führte auch ein Großteil, nämlich 138, zu Anzeigen.

Das bestätigt Marcus da Gloria Martins darin, dass die meisten Anrufer ein gutes Gespür dafür haben, was erlaubt ist und was nicht. Er meint:

"Die Leute rufen hier nicht an, um jemanden anzuschwärzen, sondern weil sie einsehen, es geht hier um etwas Wichtiges. Und da haben sie ein großes Unverständnis über jene, die sich nicht daran halten." Marcus da Gloria Martins, Sprecher der Polizei München

Anrufer bringen die Polizei auf die Spur

Auch wenn Unfälle oder Brände immer Vorrang genießen, geht die Polizei, soweit es möglich ist, den Hinweisen der Anrufer nach. Da kommt doch einiges zusammen: In Unterfranken zählte die Polizei allein am Dienstag 61 Einsätze, unter anderem musste im Raum Würzburg eine Grillfeier aufgelöst werden. Im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken gab es im Laufe einer Woche rund 1.400 Verstöße, etwa 400 davon werden als Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz verfolgt.

In der Nacht auf Mittwoch bekam die Polizei in München gleich zweimal einen Hinweis auf jüngere Menschen, die bei lauter Musik feierten. Bei den Kontrollen wurden im einen Fall sechs Personen angetroffen, im anderen Fall zwei Frauen, wovon eine Nachbarin zwar im gleichen Gebäude, aber nicht in derselben Wohnung wohnt. Hier gab es durch die Bank Anzeigen, außerdem auch noch einzelne weitere Anzeigen, weil offenbar auch noch Marihuana im Spiel war.

Andrang beim Wandern und Clinch im Supermarkt

Im Allgäu haben Bergwanderer Anzeigen erhalten, weil sie gegen die Ausgangsbeschränkungen verstoßen haben. Wie die Polizei in Oberstdorf berichtete, hatten sich die Ausflügler am Riedberger Horn dicht gedrängt am Gipfelkreuz aufgehalten und dadurch gegen die festgelegte Abstandsregel von eineinhalb Metern verstoßen.

Wird die Polizei informiert, weil sich eine Gruppe auf der Straße aufhält oder mehrere Menschen den Mindestabstand im Supermarkt nicht einhalten, dann kommen die Beamten oft zu spät, weil die mutmaßlichen Sünder längst weggegangen sind.

In einem kuriosen Fall aber war die Polizei gleich stärker gefordert. In Mittelfranken waren die Beamten in einen Supermarkt gerufen worden wegen des zu geringen Abstands. Die Kontrolle ergab, dass es sich um streitende Nachbarn handelte, die schon länger miteinander im Clinch liegen.

Nicht alles ist verboten

Immer wieder sind bei der Polizei auch Anrufe zu Baustellen eingegangen. Sofern es sich um gewerbliche Baustellen handelt, ist das aber völlig in Ordnung. Auch im Baugewerbe gibt es Schutzmaßnahmen, das Bauen selbst ist aber weiterhin erlaubt.

Generell findet es die Polizei gut, dass die Bevölkerung mithilft. Allerdings sollten bei Hinweisen, in denen es lediglich um Verstöße gegen die Abstandsregeln geht, auf keinen Fall die Notrufnummern 110 oder 112 gewählt werden.

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